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Aktionsprogramm

Kultur

Berlin ist Kulturhauptstadt mit einer großen Anziehungskraft für Künstlerinnen und Künstler aller Genres aus aller Welt. Das vielfältige Kulturleben Berlins prägt das Lebensgefühl unserer Stadt, ihren Rhythmus und ihren Charme.  In der Pandemie haben viele Berlinerinnen und Berliner gemerkt, wie sehr ihnen die Kultur fehlt, wenn alles geschlossen ist. Um Kultureinrichtungen, Künstler:innen und Kreativen nun bei der Wiederaufnahme ihrer Arbeit zu unterstützen, schlagen wir ein Sofortprogramm für den Kulturbereich vor. 

1.

Künstler:innen den Neustart ermöglichen – mit zusätzlichen Stipendien für alle Sparten!

Wir werden die Anzahl der Stipendien für Künstler:innen auch für die Jahre 2022 und 2023 verdreifachen.

  • Zehntausende Künstler:innen prägen Berlins Charakter und Strahlkraft. Viele von ihnen spüren die Nachwirkungen der Lockdowns noch sehr stark an einer zurückhaltenden Auftragslage. Stipendien können direkt und schnell künstlerisches Arbeiten ermöglichen und Kulturschaffende absichern. Mit Juryentscheidungen lässt sich eine faire Vergabe umsetzen. Wie schon 2021 können wir so individuell Künstler:innen unterstützen und den Fokus der Förderung vom Ergebnis auf den Produktionsprozess verschieben. Damit Berlin auch nach Corona unsere Kunst- und Kulturhauptstadt bleibt!

2.

Soforthilfen anpassen und Kulturorte wirtschaftlich fit machen!

Wir haben in der Krise mit unseren Soforthilfeprogrammen, insbesondere mit der Soforthilfe IV“ für kleine und mittlere Kultur- und Medienbetriebe, die Vielfalt unserer Kulturorte erhalten können. Sie sind noch da – jetzt sollen sie wieder leuchten können! Deshalb wollen wir die Kultureinrichtungen wirtschaftlich gut aufstellen, um ihnen die Wiederaufnahme ihrer Arbeit zu ermöglichen.

  • Viele Kulturbetriebe haben, vor allem zu Beginn der Pandemie, Kredite aufgenommen, um ihre Liquidität absichern. Die Einnahmen aus regulärem Spielbetrieb reichen aber oft nicht aus, um die entstandenen Kreditlasten abzubauen.
  • Mit dem neuen Instrument einer „Soforthilfe für Kreditablösungen“ sollen diese Orte jetzt finanziell bei den Kreditrückzahlungen entlastet und wirtschaftlich gesichert werden,
  • Des Weiteren wollen wir private Kultureinrichtungen (Bühnen, Kino, Clubs, Festivals, Galerien, Veranstaltungsorte etc.) dort, wo trotz des Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen Finanzierungslücken bleiben, mit Zuschüssen für Fixkosten wie Miete und mit Produktionszuschüssen für den Programmstart unterstützen.

3.

Besucher:innen-Offensive starten!

Im Lockdown mussten viele Kulturorte für den Publikumsverkehr schließen oder konnten nur eingeschränkt und unter Hygiene-Auflagen für Besucher:innen ihre Türen öffnen. Mit einer Besucher:innen-Offensive wollen wir die Berliner:innen jetzt willkommen heißen und ihnen ermöglichen, ihr Zuhause neu zu entdecken und die vielen wunderbaren Kulturorte in unserer Stadt (wieder oder erstmals) zu besuchen. Dafür wollen wir den Besuch von Theater-, Oper-, Kino- und Konzertvorstellungen finanziell erleichtern.

  • Wir wollen, dass alle sich einen Theater- oder Konzertbesuch leisten können!
  • Allen »berlinpass«-Inhaber:innen, d.h. Berliner:innen mit geringem Einkommen, stellen wir ein garantiertes Kontingent an 3-Euro-Tickets (keine Restkarten) für alle Vorstellungen zur Verfügung!
  • Mit dem neuen »U25-Ticket« zum Schülerpreis von 5 Euro für alle Theater, Opern, Kinos, Konzerthäuser und Club-Konzerte (bis zu einer festgelegten maximalen Besucher:innen Anzahl) wollen wir gerade das junge Publikum wieder- oder neu gewinnen.

4.

Auch jenseits der Sofortmaßnahmen: In Kultur weiter investieren!

In den Haushaltsverhandlungen werden wir uns dafür einsetzen, dass es keine Kürzungen im Kulturetat geben wird. Kunst und Kultur soll weiter soll weiter unter fairen Arbeitsbedingungen produziert werden.

Kommende Tariferhöhungen sollen weiterhin in den geförderten Einrichtungen ausgeglichen werden und dürfen nicht auf Kosten der künstlerischen Produktion gehen. An dieser Errungenschaft der rot-rot-grünen Regierung/ von R2G werden wir festhalten.

Faire Vergütung wollen wir auch in Zukunft mit Mindestlöhnen, Mindesthonoraren/gagen und Honoraruntergrenzen absichern.

Hohe Gewerbemieten und Nutzungskonkurrenzen erzeugen für Kulturorte und -räume einen steigenden Verdrängungsdruck. Gleichzeitig leiden viele Kultureinrichtungen unter einem schon von den Vorgänger-Regierungen angehäuften Sanierungsstau. Um bestehende Orte zu erhalten und neue zu schaffen wollen wir die in den letzten Jahren begonnene Investitionsinitiative Kultur fortsetzen und ausbauen.

  • Wir wollen deutlich mehr Kulturräume schaffen. Deswegen werden wir keine Kürzungen der finanziellen Mittel für das Arbeitsraumprogramm zulassen und es stattdessen verstetigen.
  • das neugeschaffene Kulturmodernisierungsprogramm soll weiterhin mit 10 Mio. Euro im Jahr abgesichert werden.
  • Mit uns wird es ein neues Atelier-Neubauprogramm in Kooperation mit den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften geben.
  • Mit den Bezirken werden wir ein Sanierungs- und Entwicklungsprogramm für die bezirkliche Kulturinfrastruktur entwickeln.
  • Der Neubau der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) ist unser erklärtes Ziel und für uns nicht verhandelbar! Wir wollen die erarbeitete Bibliotheksentwicklungsplanung stadtweit umsetzen und stehen für die Umsetzung der Planungen für den ZLB-Neubau.

Denn für DIE LINKE steht fest: »Wir wollen investieren bis es läuft statt sparen bis es quietscht.«