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Elif Eralp

  • 39 Jahre alt, Volljuristin, verheiratet, 2 Söhne, aus Hamburg kommend seit 10 Jahren Wahlberlinerin,
  • Seit 2010 Rechtsreferentin Bundestagsfraktion DIE LINKE im Arbeitskreis »BürgerInnenrechte und Demokratie«; Betriebsrätin und Mitglied der Tarifkommission
  • Außerparlamentarisches: in Berlin angekommen zunächst aktiv in der Migrantenselbstorganisation Allmende, dann viele Jahre Mitglied der HDK Berlin-Brandenburg (Berliner Ableger der prokurdischen Linkspartei HDP) und Solidaritätsarbeit für Kurdistan, vor allem für Rojava und an Wahlkämpfen beteiligt
  • Seit 2017 Mitgliedschaft DIE LINKE, im Ortsverband Kreuzberg engagiert und in verschiedenen Bündnissen wie beispielsweise unteilbar und aktuell im Aktionsbündnis Antirassismus (ABA) und dem Netzwerk LINKS*KANAX
  • Weitere Mitgliedschaften: BAG Bewegungslinke, LINKS*KANAX, ver.di, VVN-BdA, Allmende e.V., Vielfalt in Kultur e.V., Rote Hilfe e.V., amnesty international e.V.

Liebe Genoss:innen,

Ich bin vor zwei Jahren erstmals für den Vorstand angetreten, um mich vor allem im Bereich Antirassismus und für eine offene Flüchtlings- und Migrationspolitik zu engagieren. Eines meiner wichtigsten Projekte im Landesvorstand ist der Städtische Ausweis. Er soll den Zugang zu städtischen Ressourcen wie Bildung, Bibliotheken, Kultur, Arbeit, Gesundheit und Wohnen für illegalisierte Menschen nach dem Vorbild der Newyorker »City ID« verbessern. Dazu bin ich mit Betroffenenorganisationen und anderen Expert*innen in den Austausch getreten, ein Rechtsgutachten ist über unsere Abgeordnetenhausfraktion erstellt worden und ein Gesamtkonzept soll folgen. Der Einsatz gegen Abschiebungen aus Berlin und für die Ausweitung des Wohnberechtigungsscheins auf Geflüchtete und die Aufnahme von Geflüchteten von den griechischen Elendslagern waren weitere Aktivitätsfelder, wobei mir der Austausch mit dem Berliner Flüchtlingsrat und Seebrücke stets wichtig war.

Für eine bessere gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Rassismuserfahrung setze ich mich aktuell im Rahmen der Novellierung des Berliner Partizipationsgesetzes ein, das den Zugang zum Öffentlichen Dienst regelt, sowie für die Aufhebung des durch das Neutralitätsgesetz bewirkten Kopftuchverbots beim Lehrpersonal.

Mir ist wichtig, dass unsere Partei noch viel stärker Zuhause auch von migrantischem Protest wird, denn Menschen mit Migrationsgeschichte sind besonders häufig von prekären Verhältnissen und Chancenungleichheit betroffen. Diesem Ziel widmet sich auch das gemeinsam mit anderen Genoss:innen im Juni 2019 mitgegründete migrantische Netzwerk in und um unsere Partei LINKS*KANAX.

Der antirassistische Kampf bleibt auch künftig von Bedeutung. Antisemitische und rassistische Anschläge wie u.a. in Halle und Hanau haben das gesellschaftliche Klima in Deutschland verändert. Rechte Bewegungen, Hetze und Hass haben gerade während der Pandemie weiter Zulauf erhalten. Zugleich haben aber auch Proteste wie die der Black Lives Matter Bewegung und die Neugründung vieler Gruppen in Berlin Hoffnung gemacht. Auch ich war und bin Teil dieser Proteste und neuer antirassistischer Bündnisse und habe verschiedene Protestaktionen mitorganisiert. Aufgrund meines Verständnisses der LINKEN als einer bewegungsorientierten Partei habe ich versucht eine Verbindung dieser Aktivitäten mit den im Landesvorstand angestoßenen Projekten herzustellen und die Unterstützung der Proteste auch von dort mit voranzubringen.

Unsere Partei steht in diesem Jahr vor großen Herausforderungen, denn neben der Gefahr von Rechts stehen uns weitere gesellschaftliche Konflikte bevor: Die Corona-Pandemie hat die Arbeits- und Lebenssituation für viele Menschen noch weiter verschlechtert und es besteht die Gefahr einer Rezession. Harte Verteilungskämpfe erwarten uns. Neben dem Arbeitsplatzverlust und der Verschlechterung von Arbeitsbedingungen, sind viele Menschen, kleine Gewerbetreibende und soziale Einrichtungen wegen zu hoher Mieten von Verdrängung bedroht. Mit dem Mietendeckel haben wir als Partei den Immobilienkonzernen eine kämpferische Antwort gegeben. Denn Wohnraum ist kein Spekulationsobjekt. Daher ist es so wichtig, dass die Initiative »Deutsche Wohnen & Co enteignen«, die wir nach Kräften unterstützen, eine urlinke Forderung nach Vergesellschaftung unserer Lebensgrundlagen populär gemacht hat. Mit unseren Themen wie Mietendeckel, Vergesellschaftung, Investitionsausbau und Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge, gute Arbeit, Klimagerechtigkeit und einem klaren antirassistischen Profil sind wir gut gewappnet, um in das Superwahljahr 2021 zu starten.

Dafür würde ich gerne mit einstehen und begonnene Projekte weiter voranbringen.

Über euer Vertrauen würde ich mich sehr freuen!