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Klima-Kongress

Am 4. Mai veranstalteten viele junge Menschen aus unterschiedlichsten Zusammenschlüssen der LINKEN Berlin und dem SDS einen Klima-Kongress unter dem Motto »Don’t fuck with our climate!«. Ab 14 Uhr öffneten sich die Tore des Humboldthain Clubs. Zunächst auf dem Plan: Gemütlich ankommen, erste Getränke und Gespräche sowie das Erkunden des spannenden Clubgeländes. Ab 15 Uhr ging es dann inhaltlich los. Bis 21 Uhr fanden jeweils in drei unterschiedlichen Panels Podiumsdiskussionen, Vorträge und Diskussionen statt. Im Open-Air Amphitheater fand ein Klimagerechtigkeitsquiz statt und unterschiedliche Organisationen und Initiativen konnten ihre Arbeit rund um die Themen Klimaschutz, Klimakrise und Klimagerechtigkeit vorstellen, u.a. dabei Ende Gelände, Fridays for Future, Extinction Rebellion aber auch Urban Gardening-Gruppen.

Inhaltich startete der Kongress mit einer Bestandsaufnahme und Analyse des globalen Klimawandels. Dabei standen sowohl naturwissenschaftliche klimatologische Befunde im Fokus als auch die politische Entwicklung des Themas. Eins wurde deutlich: Der vom Kapitalismus angetriebene menschengemachte Klimawandel bedroht schon jetzt die Existenzgrundlage Vieler und vergrößert die soziale Ungleichheit. Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur muss auf 1,5°C begrenzt werden. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Wir brauchen die sozial-ökologische Transformation und zwar sofort! Auch die Finanzierbarkeit dieser Transformation wurde diskutiert: Gefordert wurden die Abschaffung der Schuldenbremse, gezielte Investitionen und ein Konzept der Steuergerechtigkeit. Ohne die Überwindung der neoliberalen Wirtschaftspolitik kann die Klimakrise nicht gestoppt werden. In der Strategiedebatte wurde klar, dass die Konzerne die Hauptverursacher*innen der Klimakrise sind und großen Einfluss auf die Politik ausüben. Der Einfluss von Konzernen auf die Politik muss gestoppt werden, zumindest müssen Konzernspenden an Parteien verboten werden.

Unter Motto »Denke global – handle lokal« wurden unter dem Stichwort der Energiedemokratie auch lokale Handlungsoptionen diskutiert. Es wurde etwa angesichts der Anbringung  von Photovoltaik-Anlagen auf lediglich zehn neugebauten Berliner Schulen über eine Photovoltaik-»Pflicht« auf Dächern öffentlicher Gebäude, aber auch auf Neubauten und Sanierungshäusern der städtischen Wohnungsbaugesellschaften diskutiert. Auch die Dekarbonisierung bei der Erzeugung von Fernwärme wurde thematisiert.

Ein besonderer Fokus galt auch dem Verkehr. In Deutschland wird viermal mehr Fläche für Verkehr als für Wohnen verwendet. Diese Fläche ist noch dazu ungerecht verteilt: Das Auto nimmt mit Abstand den größten Teil davon in Anspruch, ist aber ein äußerst ineffizientes Verkehrsmittel. Darüber hinaus stellt die Infrastruktur für Autos de facto eine Privatisierung des öffentlichen Raums dar. Es braucht auch hier ein Umdenken: Radikaler Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur, eine Verlagerung der Subventionen von Autos und Flugzeugen hin zu Bahn, Fahrrad und Öffentlicher Personen Nahverkehr. Die Deutsche Bahn muss ein am Gemeinwohl orientiertes und kein profitorientiertes Unternehmen sein. Klimapolitik geht nur sozial. Daher fordern wir eine schrittweise Entwicklung zu einem fahrscheinlosen ÖPNV.

Es wurde viel diskutiert, debattiert und insbesondere Politiker*innen wurden auf den Podien von Vertreter*innen der Klimainitiativen herausgefordert. So muss es sein. Ohne massiven gesellschaftlichen Druck wird die Klimakrise nicht gestoppt. Das Motto: The Kids strike back!

Ab 22 Uhr wurden dann die Stühle beiseite geräumt und es wurde bis in die Morgenstunden gefeiert. Politik muss ja auch Spaß machen, merkste selba?!