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8. Landesparteitag

Ausbildungsoffensive jetzt! Berliner Schulen für die Zukunft fit machen

Beschluss 8 / 4 / 8

Für DIE LINKE. Berlin ist die Versorgung der Berliner Schulen mit ausreichend pädagogischem Personal, insbesondere Lehrkräften, eine zentrale Grundvoraussetzung für Bildungsgerechtigkeit und eine gute, gerechte und inklusive Berliner Schule.

DIE LINKE. Berlin setzt sich dafür ein, den im Koalitionsvertrag vereinbarten bundesweiten Staatsvertrag zur bedarfsgerechten Lehrkräftebildung schnellstmöglich auf den Weg zu bringen. Dazu sollen die für Bildung und Wissenschaft zuständigen Senatsverwaltungen gegenüber den anderen Bundesländern auf Ebene der KMK initiativ tätig werden. ¶

DIE LINKE. Berlin beauftragt ihre Mitglieder in AGH und Senat, sich vehement für das Erreichen folgender Ziele einzusetzen, insbesondere bei den anstehenden Hochschulvertragsverhandlungen und den Verhandlungen für den Doppelhaushalt 24/25:

  • Eine grundsätzliche Revision der Lehrkräftebedarfsprognose, eine Präzisierung nach gesamtem Bedarf sowie Fach und Lehramtstyp, die auch den aus pädagogischen Verbesserungen resultierenden zusätzlichen Bedarf in verschiedenen Szenarien beziffert;
  • Erstellung einer solchen Prognose zwingend bis zum Beginn der Hochschulvertragsverhandlungen für die voraussichtlich ab 2024 geltenden Hochschulverträge;
  • eine Festsetzung von verbindlichen und tatsächlich bedarfsdeckenden Zielzahlen für Absolvent*innen (nach Fach und Lehramtstyp sowie gesamt) auf Grundlage dieser Bedarfsprognose;
  • eine bedarfsdeckende Erhöhung der Studienplätze im Lehramt, um die Erreichung der festgelegten Absolvent*innenzahlen gewährleisten zu können;
  • eine verbesserte räumliche und personelle Ausstattung der Universitäten für die Lehrkräftebildung zusätzlich zum jährlichen Aufwuchs der Globalhaushalte von 3,5%, damit die Universitäten diese Zielzahlen erfüllen und gleichzeitig die Qualität (Betreuung, Begleitung und Beratung) des Studiums sowie gute Studien- und gute Arbeitsbedingungen gewährleisten können;
  • die langfristige Absicherung und Bereitstellung der zusätzlichen Mittel in Höhe von mindestens 17 Mio. € jährlich für die Schaffung zusätzlicher Ausbildungskapazitäten bei der Lehrkräftebildung;
  • die Vereinbarung von Anreizen und ernsthaften Sanktionsmechanismen in den Hochschulverträgen für das Erreichen bzw. Verfehlen der vereinbarten Zielzahlen;
  • eine Anpassung des halbjährlichen Berichtswesens der lehrkräftebildenden Universitäten, um die unmittelbar und mittelbar mit Lehrkräftebildung zusammenhängenden Mittelverausgabungen eindeutig nachvollziehen zu können;
  • regelmäßige standardisierte Evaluationen der Lehramtsstudiengänge (inkl. der Gründe für Studienabbrüche und Fokus auf den Bereich der Übergänge Bachelorstudium/Masterstudium und Masterstudium/Referendariat);
  • eine erste Überprüfung der Zielerreichung und ggf. Nachverhandlung nach zweieinhalb Jahren für den Bereich Lehrkräftebildung;
  • für die Student*innen der Sozialen Arbeit, die an der Alice-Salomon-Hochschule ausgebildet werden, wird ein analoges Verfahren mit konkreten anteilig bedarfsdeckenden Zielzahlen festgeschrieben;
  • in Bezug auf die Bedarfsprognosen und bei den Verhandlungen zu den Hochschulverträgen ist Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit herzustellen, das beinhaltet auch die Veröffentlichung von Ergebnissen von durch die öffentliche Hand in Auftrag gegebenen und finanzierten Studien;
  • Weiterentwicklungen der Lehrkräftebildungsstrukturen, des Lehrkräftebildungsgesetzes und aller untergesetzlichen Rahmensetzungen erfolgen auf Grundlage von Evaluationen bestehender Strukturen;
  • Unterstützung der Diskussion und Bestrebungen an den Universitäten zur besseren strukturellen Verankerung der Lehrkräftebildung;
  • Schaffung weiterer qualitätsvoller Möglichkeiten der Flexibilisierung von Wegen in die unterschiedlichen Lehramtstypen, auch Schaffung von lehramtsbezogenen Weiterbildungsstudien;
  • Konsolidierung bisheriger und Schaffung neuer Q-Master-Programme;
  • Initiierung eines Pilotprojekts „Ausbildungs-Schule“ ähnlich wie in Potsdam oder Sachsen zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung sowie von Kooperationen mit den Hochschulen der Angewandten Wissenschaften (HAW) für den Bereich des Lehramts für berufliche Schulen;
  • Ausweitung universitärer Angebote für Schulen, um zukünftigen Studierenden einen Einblick in die verschiedenen Studienfächer zu geben;
  • die Einrichtung eines „Runden Tisch Lehrkräftebildung“, der kurzfristige, aber auch langfristige und nachhaltige Lösungen für die quantitativen und qualitativen Probleme bei der Lehrkräftebildung erarbeitet werden und dass zu dem „Runden Tisch“ neben den Verwaltungen und politischen Ebenen der Senatsverwaltungen für Bildung und für Wissenschaft auch die GEW Berlin, die fachpolitischen Sprecher*innen aus dem AGH, Vertretungen wie der LEA und der LSA und maßgebliche Bildungsinitiativen eingeladen werden.