Claudia Engelmann
Kandidatur für den stellvertretenden Landesvorsitz
Liebe Genoss*innen,
weil Handeln mit Haltung alternativlos ist.
Wer bewirbt sich hier?
Lesbisch, bunt, laut, behindert und gnadenlos antifaschistisch
Ich bin 45 Jahre alt, lebe mit meinen beiden jugendlichen Kindern in einer Regenbogenpatchworkfamilie in einem von mir mitgegründeten selbstverwalteten Hausprojekt in Lichtenberg. Seit 2016 bin ich Mitglied der LINKEN, war die letzten zwei Jahre im Landesvorstand aktiv, arbeite für die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus und bin Bezirksverordnete in Lichtenberg. Meine biografischen Erfahrungen prägen mein politisches Engagement für soziale Gerechtigkeit, Inklusion und Queerpolitik. Nach einer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau für Naturkost habe ich Sozialarbeit (M.A.) studiert und war viele Jahre in der Berliner Jugendhilfe tätig. Meine Schwerpunkte liegen in der Kinder-, Jugend-, Familien-, Bildungs-, Sport- und Queerpolitik.
Wo stehen wir gerade – der Versuch einer Bestandsaufnahme
Wir stehen vor bekannten, aber drängenden Herausforderungen: Rechte Kräfte erstarken bundesweit und vergiften mit Hetze und Spaltung unsere Gesellschaft. Leidtragende sind die Menschen ohne Lobby: Kinder, Frauen*, queere Menschen, Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, Menschen mit Behinderung, Männer, die in einem patriarchalen System keine Zukunft für ein solidarisches und gleichberechtigtes Miteinander sehen. Die, denen es nach wie vor gut gehen wird, werden sehr wahrscheinlich durch die künftige Politik der Bundesregierung bedient und abgesichert. Der Rest im freien Fall.
Ohne mich, ohne uns
Wir als LINKE haben gerade hier in Berlin bei der letzten Bundestagswahl bewiesen, welche Kraft in uns steckt. Wir wurden stärkste Partei in Berlin, getragen von einer vielfältigen Wählerschaft – darunter viele Frauen*, junge Menschen und Menschen mit Migrationsgeschichte. Dieser Erfolg ist kein Selbstläufer, sondern Ergebnis klarer linker Positionen für soziale Gerechtigkeit, gegen explodierende Mieten und als unmissverständlich kompromissloses Bollwerk gegen rechts.
Entscheidend war auch, dass wir Geschlossenheit gezeigt und eine enorme Mobilisierung auf die Beine gestellt haben. Mit unzähligen Haustürgesprächen, Präsenz bei sozialen Protesten und im Kampf gegen Nazis haben wir bewiesen: Wir sind ansprechbar, wir sind da, wir kämpfen Seite an Seite mit den Menschen für eine solidarische Gesellschaft.
Dieser Wahlerfolg ist unser Auftrag
Genau hier müssen wir anknüpfen und diese Arbeit verstetigen. Es geht um mehr als nur um Prozente; es geht um die grundlegende Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse, um konkrete und spürbare Verbesserungen im Alltag der Menschen, die oft unter Druck stehen, und um die Entwicklung von Perspektiven jenseits kapitalistischer Verwertungslogik. Es geht um faire Löhne, bezahlbare Mieten, Bildung für alle und eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung, es geht um Fahrkarten, die sich Menschen am Ende des Monats noch leisten können, um einen Einkaufskorb voller Lebensmittel, die ausgewogen und bezahlbar für alle sind, um gesund gefüllte Brotdosen in Kitas und Schulen und es geht um Frieden.
Dafür müssen wir uns auch als Partei weiterentwickeln, noch offener und diverser werden. Es reicht nicht, nur für marginalisierte Gruppen zu sprechen; wir müssen ein echtes politisches Zuhause für sie sein.
Niemals allein, immer gemeinsam – packen wir es an!
Bei der Umsetzung des Volksentscheides Deutsche Wohnen & Co. enteignen, beim Ausbau einer starken sozialen Infrastruktur innerhalb und außerhalb des S-Bahn-Ringes, bei der Verhinderung des Weiterbaus der A100 und des Millionengrabs Olympia, beim konsequenten Klimaschutz und beim Kampf gegen jede Form von Diskriminierung – ich bin dabei!
Worauf ihr zählen könnt
Ich bin leidenschaftliche Projekt- und Kampagnenarbeiterin, am liebsten eingebettet in politische Zielerreichung, quasi Gesellschaftsgestaltung auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke - lebensnahe Umsetzung gepaart mit Haltung (zuletzt erfolgreich im Wahlkampf für und mit Ines Schwerdtner und vielen superengagierten Genoss*innen in Lichtenberg).
Konkret heißt das:
Soziale Expertise aus der Praxis: Als Sozialarbeiterin mit langjähriger Erfahrung in der Berliner Jugendhilfe kenne ich die sozialen Bruchlinien unserer Stadt genau. Ich weiß, was Familienarmut konkret bedeutet und wie wichtig gut ausgestattete Kitas, Schulen und Jugendämter sind. Diese Expertise will ich nutzen, um unsere Forderungen für eine starke soziale Infrastruktur und gegen Kinder- und Familienarmut noch präziser und wirkungsvoller zu machen.
Gelebte Perspektiven einbringen: Als FLINTA*-Person mit Behinderungen und Co-Mutter bringe ich Lebensrealitäten in die Vorstandsarbeit ein, die oft unterrepräsentiert sind. Ich weiß um die Bedeutung von Queerpolitik, die für Sichtbarkeit, Akzeptanz und Sicherheit kämpft, und um die Notwendigkeit, Barrieren abzubauen und Inklusion ernst zu nehmen. Diese Perspektiven sind kein „Randthema“, sondern müssen Kern linker Politik sein, die die Verknüpfung von sozialer Frage und Diskriminierung anerkennt.
Verbindung von Landes- und Bezirksebene: Meine Erfahrungen aus der Arbeit für die Abgeordnetenhausfraktion, für den Landesvorstand und als langjährige Bezirksverordnete in Lichtenberg ermöglichen mir, landespolitische Strategien mit den konkreten Bedarfen und Kämpfen vor Ort kurzzuschließen. Ich sehe, wo politische Entscheidungen ankommen und wo wir als Partei ansetzen müssen, um im Alltag der Menschen wirksam zu sein – sei es bei fehlenden Kita- und Schulplätzen, dem Sanierungsstau an Schulen oder der Unterstützung lokaler Initiativen und Sportvereine.
Eine für alle – alle für Eine
Ich möchte mich dafür einsetzen, dass unsere Partei die Vielfalt Berlins noch besser widerspiegelt und wir die Themen soziale Gerechtigkeit, Antidiskriminierung und Queerpolitik untrennbar miteinander verbinden. Der Kampf gegen rechts und gegen jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ist dabei eine Daueraufgabe, der wir uns als LINKE konsequent stellen müssen – auf der Straße, in den Parlamenten und in unserer eigenen Struktur.
Die Zeiten sind herausfordernd, aber wir haben als LINKE in Berlin das Potenzial, den Auftrag und die Verantwortung, ein Hoffnungsanker zu sein. Dafür möchte ich als stellvertretende Landesvorsitzende meine Kraft, meine Erfahrungen und meine Perspektiven einbringen und bitte um Euer Vertrauen und Eure Stimme.
Solidarische Grüße
Claudia
