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Daniel Kipka-Anton

Kandidatur für den Landesvorstand

Liebe Genoss*innen, 

Wenn man - wie ich vor wenigen Wochen - in dieser Welt der kapitalistischen Dauerkrise, zum ersten Mal Elternteil wird, stellen sich große Fragen: Kann mein Kind in Solidarität und Sicherheit aufwachsen? Kann es seine Kindheit ohne Angst vor Krieg und Faschismus erleben? Wie lebenswert ist eine Zukunft in einem Klima, in welchem Extremwetter nicht als Ausnahme, sondern als Regel auftreten wird?

Diese Fragen haben sich für mich intensiv gestellt und angesichts der Weltlage konnte ich sie selten positiv beantworten, sondern eher mit dem zweckmäßigen Optimismus des Willens.

Doch vor wenigen Wochen gab es zum ersten Mal für mich den Moment der vollen Überzeugung, dass ich Hoffnung für die Welt meiner Tochter und ihrer Freund*innen und (hoffentlich) Genoss*innen hegte.

Am 23. Februar gab es sicherlich keine Revolution und ein Großteil der Wahlergebnisse in dieser Republik und auch in Berlin sind angsteinflößend. Der Rechtsruck der etablierten Parteien, gepaart mit dem teilweise offenen Faschismus der AfD feiert Erfolge. Iim Wahlkampf in Neukölln haben wir bei unseren Gesprächspartner*innen viel Angst erlebt: Angst davor den nächsten Einkauf kaum bezahlen zu können, Angst um Familie und Freunde*innen in der Ukraine, in Palästina oder im Sudan. Angst davor, "remigriert" zu werden.

Am 23. Februar haben wir mit dem Erfolg der Linken aber eindrucksvoll gezeigt, dass wir Mehrheiten für eine andere Idee von Gesellschaft und Solidarität organisieren können. Auch sechs Direktmandate überwinden den Kapitalismus nicht, aber es hat mir enormen Mut gemacht, dass wir zum Beispiel in Neukölln Historisches geschafft haben und den ersten ehemals westdeutschen Wahlkreis für Die Linke gewinnen konnten. 

Wir haben ihn gewonnen, weil wir a) mit zehntausenden Menschen über ihre tatsächlichen Probleme gesprochen haben und nicht einfach über sie hinweg und b) weil wir ein kollektives Gefühl von Selbstwirksamkeit aufbauen konnten, das Gegenteil vom großen Gefühl der Ohnmacht vor den Verhältnissen. 

Die Linke Berlin sollte aus den Ergebnissen der Bundestagswahl ein “sozialistisches Selbstbewusstsein” ziehen. Im Landesvorstand will ich mich dafür einsetzen, die Aktivität der vielen Tausend (Neu-)mitglieder in eine dauerhafte Praxis zu überführen und aktivierender Kampagnen-Arbeit zum Kernelement der Linken Berlin werden zu lassen . Aber auch inhaltlich sollten wir - nicht nur, aber ganz besonders in Hinblick auf die AGH-Wahl - klar und selbstbewusst formulieren, welche Linke dort antritt und für was wir kämpfen, egal ob nun als stärkste Kraft oder nicht: 

  • Eine Vergesellschaftung von Wohnraum gibt es nur mit uns und uns gibt es nur mit einer Vergesellschaftung von Wohnraum!
  • Eine Stadt der internationalen Solidarität, in der Menschen ihren Protest gegen Krieg, Besatzung und für Menschenrechte auf die Straße tragen können - dafür stehen wir!
  • Eine Stadt die solidarisch an der Seite der Arbeiter*innen steht, die sie am Laufen halten - ob CFM, BSR, BVG und Co. - das ist Die Linke Berlin! 

Mit sozialistischem Selbstbewusstsein in der Idee und der Praxis Die Linke zu erneuern, dafür will ich antreten. Nur dann habe ich Hoffnung für meine Tochter und ihre Welt. 

Die hier vorliegende Kandidatur wird vom Bezirksvorstand der Linken Neukölln unterstützt. 

Über mich: 

Ich bin 37 Jahre alt, seit 2008 Mitglied der Linken, war von 2010-2018 zudem lokal und bundesweit im Studierendenverband Die Linke.SDS aktiv. Im Kreisverband der Linken Freiburg war ich von 2015-2017 Sprecher und in diesem Zeitraum auch im erweiterten Landesvorstand der Linken Baden-Württemberg. Im BV Neukölln war ich von 2020-2024 im Vorstand aktiv. Ich arbeite im Bundestagsbüro von Ferat Koçak. Mitglied bin ich von ver.di, marx21, 3ezwa und dem FC Bayern. Für Fragen bin ich gerne erreichbar unter danielanton.mail@gmail.com.

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