Johannes Franck
Kandidatur für den Landesvorstand (jugendpolitischer Sprecher)
Liebe Genoss*innen,
ich bin Johannes Franck, 27 Jahre alt und Sozialarbeiter.
Die Linksjugend ['solid] Berlin, unser Jugendverband, hat mich bei ihrer 36. Landesvollversammlung als jugendpolitischer Sprecher nominiert. Das heißt, dass die Linksjugend ['solid] Berlin mich als jugendpolitischer Sprecher im Landesvorstand der Partei vorschlägt. Für dieses Vertrauen möchte ich mich hier nochmal herzlich bedanken. Bei der Linksjugend ['solid] bin ich seit über fünf Jahren organisiert und war für mehrere Jahre im Landessprecher*innenrat, dem Äquivalent zum Landesvorstand der Partei.
Ich sah schon in jungen Jahren (Polizei-)Repressionen im Kontext von Fußballspielen. Mich hat vor allem verwundert, warum die Polizei friedliche Fußballfans so dermaßen schikaniert. Als ich mich damit beschäftigte, wurde mir bewusst, dass alles, was sich gegen die (kapitalistische) Ordnung stellt, vom kapitalistischen Staat schon im Keim erstickt wird. Ich erinnere mich noch genau, als ich einem Freund in der Schule von Protesten gegen RB Leipzig erzählte. Er fragte mich: „Warum kämpft ihr nur beim Fußball gegen die Macht und unfairen Mittel der Reichen und nicht in der gesamten Gesellschaft, wenn ihr doch erkennt, dass die Macht der Milliardäre sich immer gegen unsere Interessen und Mitsprache richtet?“. Er hatte recht - seitdem möchte ich in der gesamten Gesellschaft für eine gerechte, solidarische, machtkritische und (basis-)demokratische Ordnung einstehen.
Als ich dann mit ein paar Freund*innen bei mir in der Gegend einen Anlaufpunkt für antifaschistische junge Menschen gründen wollte, fand ich zur Linksjugend ['solid]. Besonders schätze ich den Anspruch von Solid junge Menschen zu befähigen für unsere Rechte einzustehen. Neben gemeinsamen praktischen Erfahrungen beim Blockieren von Nazis haben wir uns vermehrt mit sozialistischer Theorie beschäftigt, um unsere bauchlinken Überzeugungen begründen zu können. Dabei legen wir Wert darauf, nicht alles neu erfinden zu müssen, sondern von den Erfahrungen anderer zu lernen.
Meine Politisierung überzeugte mich darin, dass es unsere Aufgabe als sozialistische Partei ist, das herrschende, kapitalistische System infrage zu stellen und den Status quo zu durchbrechen. Dafür müssen wir die Menschen von unseren Werten überzeugen und mit unseren Analysen den gesellschaftlichen Diskurs beeinflussen. Unser Ziel bleibt die Überwindung des Kapitalismus und der Kampf für den (demokratischen) Sozialismus. Meine politischen Schwerpunkte sind Sozialpolitik, Antifaschismus und Antimilitarismus. Ich kämpfe für eine Gesellschaft, in der niemand ausgebeutet und diskriminiert wird und Konflikte gewaltfrei gelöst werden.
Als Sozialarbeiter arbeitete ich im Ganztag eines Gymnasiums. Der Leistungsdruck, den Schüler*innen erleben, hat mich, obwohl ich das erwartet habe, schockiert. Das gesamte Bildungssystem ist eine Katastrophe für alle, die in Schulen lernen und arbeiten müssen.
Aktuell arbeite ich in einem Stadtteilzentrum und organisiere Nachbarschaftsarbeit. Dabei erfahre ich nicht nur, was die Menschen bewegt, sondern sammle auch Erfahrungen bei der „Arbeit in den Kiezen“, die Die Linke verstärkt angehen möchte. Aspekte wie Sozialberatungen, Hausaufgabenhilfe, Menschen zu empowern, für ihre Interessen zu kämpfen, kenne ich von meinem Job.
Im Landesvorstand werde ich dafür werben, dass wir allen Genoss*innen verständliche sozialistische Bildungsangebote anbieten. Weiterhin werde ich mich für innerparteiliche Debattenräume einsetzen, in denen wir auf der theoretischen Grundlage, unsere Strategie und unser Handeln im und außerhalb des Parlaments besprechen. Wir müssen verbindliche Regelungen festlegen, wie alle in der Partei unsere Beschlüsse praktisch umsetzen. Solche Formate habe ich sowohl beruflich als auch im politisch-ehrenamtlichen Kontext aufgebaut und begleitet.
Ich bitte um Euer Vertrauen und Eure Stimme, um die Interessen der organisierten Jugend unserer Partei im Landesvorstand vertreten zu können.
Solidarische Grüße
Johannes Franck
