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Berlin zurückerobern – für eine Rote Metropole

Beschluss 2 / 2 / 10

Berlin steht an einem entscheidenden Punkt. Die schwarz-rote Landesregierung aus CDU und SPD setzt eine Politik durch, die den Ausverkauf unserer Stadt an Immobilieninvestoren und Konzerne betreibt und dabei die Lebensrealität der Mehrheit ignoriert. Was einst als Versprechen begann – Berlin soll wieder „funktionieren“ – ist längst zur Drohung geworden. Denn diese Stadt funktioniert nur für jene, die sich hohe Mieten, private Schulen, teure Pflege und Eigentumswohnungen leisten können. Für alle anderen wird Berlin Tag für Tag unbezahlbarer, ungerechter und ungemütlicher.

Die Linke stellt sich dieser Entwicklung entschieden entgegen. Wir stehen an der Seite der Menschen, die darauf angewiesen sind für ihren Lebensunterhalt hart arbeiten gehen müssen, hier ihre Kinder großziehen, Busse fahren, Kranke pflegen, in der Gastro schuften oder in Initiativen ihre Nachbarschaft am Laufen halten. Wir streiten auch für diejenigen, die keine Arbeit finden oder auf der Straße leben müssen, denn wir sehen auch diejenigen, die in unserer Stadt immer leiser werden und von diesem Senat übersehen werden. Wir stehen fest an der Seite derer, die von Diskriminierung betroffen sind, ob sie queer sind oder aufgrund ihrer Herkunft. Immer mehr Menschen in dieser Stadt sind von Gewalt betroffen. Statt mit Strafen und Repression die Probleme zu verschärfen, werden an die Wurzel von Frust und Aggressionen gehen und Politik für eine Stadt machen, in der sich Menschen sicher fühlen. Eine Stadt, die da ist, wenn man sie braucht. 

Unsere Antwort auf den Angriff auf das soziale Berlin ist die Vision einer Roten Metropole – einer solidarischen, bezahlbaren und gerechten Stadt. Einer Stadt, in der die Menschen bestimmen, wo es lang geht, nicht der Markt. Einer Stadt, in der nicht mehr die Größe des Portemonnaies entscheidet, wie gut man lebt, sondern ein gutes Leben für alle Menschen möglich ist. Die Rote Metropole steht für starke Kieze, für Mitbestimmung, für eine soziale Infrastruktur, die auch jenen zur Verfügung steht, die derzeit jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Für eine Stadt, in der Wohnen, Energie, Mobilität, Bildung für alle bezahlbar ist. Für ein Berlin, in dem sich Nachbarinnen und Nachbarn unterhaken, wenn die Zeiten härter werden, statt sich wegen ihres Passes oder ihrem Gehalt gegeneinander ausspielen zu lassen. Kurz: wo die Lebensqualität auch für diejenigen steigt, die die Hoffnung schon aufgegeben haben. Wir wollen das „Niemals alleine – immer gemeinsam“ für alle Realität wird.

Diese Vision einer Stadt kann aber nur gelingen, wenn die Menschen, die sie tragen, auch über sie mitbestimmen und sich einbringen können. Volksentscheide müssen umgesetzt werden. Aber mehr noch: Politik muss mehr sein als zur Wahlurne zu gehen. Und sie findet nicht nur im Parlament statt. Politik und der Wille zur Veränderung und Mitgestaltung entstehen in den Kiezen und Nachbarschaften. Es ist an uns ein kreatives und rebellisches Berlin zu verteidigen und zu erkämpfen. Daher müssen wir das Wahlrecht ausweiten, auf alle die hier leben, egal welchen Pass sie haben. 

Die solidarische Unterstützung von Streiks und sozialen Protesten, die Teilnahme an antifaschistischen Protesten, auch gegen die AfD, an Protesten gegen die als “Zeitenwende” titulierte Aufrüstung, gegen Kriege, gegen den erstarkenden Antifeminismus: sozialistische Politik findet auch auf der Straße statt. Durch Hilfe vor Ort, Präsenz in den Nachbarschaften, Kiezen, bei Haustürgesprächen, Infoständen, Beratungsangeboten haben wir gezeigt: sozialistische Politik findet da statt, wo die Menschen uns brauchen. Wir werden den Wahlkampf nutzen, um Solidarität in Berlin zu organisieren. In Mieter*innenversammlungen, an Haustüren, an Arbeitsplätzen. Das Vertrauen vieler Menschen in die Stadtpolitik ist auf einem Tiefpunkt, wir treten an, dieses Vertrauen zu gewinnen. Die sich verschärfende Klassenauseinandersetzung ist auch vor Ort, in Berlin, erlebbar. Als sozialistische Partei treten wir für die Interessen unserer Klasse ein. Wir sind die Partei der Mieter*innen, der Kriegsdienstverweigernden, der Antifaschist*innen, der lohnabhängig Beschäftigten, der Transfergeldbezieher*innen. Wir kämpfen gegen den bundeweiten1 Rechtsruck und verteidigen demokratische Werte. Wir stehen für ein inklusives Berlin. Wir stehen für Pazifismus, Antifaschismus, Sozialismus. Ein anderes, ein soziales Berlin ist machbar.

Gegen die Wohnungsnotlage in Berlin: Enteignen. Deckeln. Bauen.

Bezahlbares Wohnen bleibt für uns die Kernaufgabe. An den Haustüren oder bei Gesprächen im Kiez bekommen wir die Verzweiflung der Berliner*innen wegen der immer weiter steigenden Mieten zu hören. Nirgendwo in Deutschland steigen die Mieten so schnell wie in Berlin. Viele Mieter*innen müssen mittlerweile bis zu 40 Prozent oder mehr ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Damit finanzieren sie die Profite der Vermieter. Hohe Mieten machen arm. Für immer mehr Menschen ist Berlin wegen der Mieten nicht mehr bezahlbarDie Not der wohnungs- und obdachlosen Menschen ist unübersehbar, doch es fehlt an versprochenen Sozialwohnungen und an planungssicherer Finanzierung für die Sozialen Träger.

In Berlin herrscht eine Wohnungsnotlage. Die Berliner Mieter*innen haben keine Zeit mehr zu verlieren. Wer nicht jetzt sofort regulierend in den Mietenmarkt eingreift, lässt unsere Stadt im Stich.

Unser Programm für ein bezahlbares Berlin:

Für die mehr als 380.000 landeseigenen Wohnungen wollen wir einen Mietendeckel in Berlin sofort einführen. Wir kämpfen für einen bundesweiten Mietendeckel, damit die Mieten endlich wieder sinken. 

Deutsche Wohnen & Co enteignen: Die Vergesellschaftung der Immobilienkonzerne ist nicht nur rechtlich möglich und finanziell tragbar, sondern auch das beste Instrument, um für dauerhaft bezahlbare Mieten zu sorgen. Aus voller Überzeugung und mit voller Kraft werden wir den Gesetzesvolksentscheid der Initiative unterstützen und gemeinsam zum Erfolg verhelfen.

Mit unserem Sicher-Wohnen-Gesetz werden wir dafür sorgen, dass die Berliner Mieter*innen endlich wieder eine bezahlbare Wohnung finden. Wir verpflichten private Vermieter bis zu 50 Prozent der jährlich neu vermieteten Wohnungen zu bezahlbaren Preisen zu vermieten.

Wir machen ernst mit der Verfolgung von dreisten Vermietern: Wir wollen eine Task Force und ein Landesamt für Wohnungswesen aufbauen, das konsequent gegen Mietwucher, möblierte Wohnungen, spekulativen Leerstand und illegale Ferienwohnungen vorgeht.

Mit unserem Kommunalen Wohnungsbauprogramm wollen wir dafür sorgen, dass endlich die Wohnungen gebaut werden, die diese Stadt tatsächlich braucht. Mit unserem Konzept können jährlich mindestens 7.500 neue Sozialwohnungen geschaffen werden. Öffentliches Geld im sozialen Wohnungsbau muss Gemeineigentum schaffen. Wir wollen daher das bisherige Fördersystem des sozialen Wohnungsbaus auf eine Finanzierung des kommunalen Wohnungsneubaus durch eine direkte Zuführung von Eigenkapital an die landeseigenen Wohnungsunternehmen umstellen. Die Genossenschaftsförderung wollen wir erheblich aufstocken. Soziale Wohnungspolitik kann jedoch nicht über die Köpfe der Menschen hinweg gemacht werden: die Mieterräte und -beiräte der Landeseigenen Wohnungsunternehmen müssen gestärkt werden. Auch kann es nicht sein, dass Landeseigene Wohnungsunternehmen mit unseren Mieteinnahmen die Soziale Wohnungswende durchkreuzen. Lobbyverbände wie der BBU, in denen Vonovia und Co die größten Beitragszahler sind, dürfen von den Landeseigenen nicht mehr unterstützt werden.

Mietenkrise lösen – statt weiter Öl ins Feuer gießen

Seit Kai Wegner Berlin regiert, wurden die Mieten für landeseigene Wohnungen um bis zu 11 Prozent angehoben. Es sind vor allem die vielen hart arbeitenden und armen Menschen, die in kommunalen Wohnungen leben. Diese Mieterhöhungen treffen sie besonders hart. 

Vor vier Jahren haben knapp 60 Prozent der Berliner*innen für den Volksentscheid Deutsche Wohnen & Co enteignen gestimmt. Aber CDU und SPD haben alles dafür getan, den Volksentscheid zu umgehen und zu missachten. Allein in diesem Zeitraum haben Vonovia, Deutsche Wohnen, ADLER, Heimstaden & Co in tausenden Fällen die Mieten erhöht, in tausenden Fällen mit den Heizkosten getrickst und viele Milliarden Euro als Gewinne an ihre Aktionäre ausgeschüttet.

Eines der größten Probleme auf dem Wohnungsmarkt ist die Zunahme an Wohnungen, die besonders teuer und möbliert vermietet oder als Ferienwohnungen zweckentfremdet werden. Der durchschnittliche Mietpreis für eine möblierte Wohnung liegt bei 25 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt die Durchschnittsmiete 212 Prozent höher als bei regulär vermieteten Wohnungen. Für die Berliner*innen mit normalem Einkommen ist das längst nicht mehr bezahlbar. Im vergangenen Jahr waren bereits 54 Prozent der auf den einschlägigen Portalen inserierten Wohnungen solche möblierten Wohnungen. Obwohl es bereits seit vielen Jahren eine Pflicht zur Registrierung gibt, finden sich auf Portalen wie Airbnb zahlreiche illegale Ferienwohnungen.

Die Lösung dafür liegt längst auf der Hand: In Milieuschutzgebieten können möblierte Wohnungen verboten und berlinweit illegale Ferienwohnungen wieder zurückgeführt werden. CDU und SPD weigern sich diese Maßnahmen umzusetzen. Vor allem die CDU trägt die Verantwortung dafür, dass die Mieten noch stärker steigen, dass das Leben in Berlin noch teurer und der soziale Zusammenhalt immer geringer wird.

Jede Wohnung zählt – Wir kämpfen mit dir um jeden Quadratmeter!

Wenn Die Linke nichts gegen den politisch gewollten Mietenanstieg tut, macht es niemand. Wir sind die Partei der Mieter*innen und werden nicht zusehen, wie die Mieten weiter explodieren. Deshalb starten wir als Partei eine Kampagne gegen dreiste Vermieter. Wir haben uns mit technischen Mitteln gestützt eine Übersicht verschafft, in welchen Kiezen und Häusern besonders häufig Wohnungen möbliert, befristet oder als illegale Ferienwohnungen vermietet werden. Wir haben bereits viele Daten von dreisten Vermietern gesammelt, die mit der Not der Menschen Geschäfte machen.

Wir wollen mit den Mieter*innen weitere Hinweise sammeln, die unsere Datensätze vervollständigen und illegale Vermietungen und dreiste Praktiken belegen. Dazu werden wir mit unseren Nachbar*innen über die hohen Mieten, möblierte Wohnungen und illegale Ferienwohnungen an den Haustüren sprechen. Anschließend werden wir den bezirklichen Wohnungsämtern alle Daten zur Verfügung stellen. Wir werden den Druck auf die Verantwortlichen so groß machen, dass sie nicht anders können als die illegalen Wohnungen wieder für die Berliner*innen bewohnbar zu machen. Unser Ziel: Gemeinsam wollen wir die illegalen Wohnungen zurückholen!

Es gibt keine Ausreden mehr: Tausende Wohnungen in Berlin können und müssen den Berliner*innen wieder als zu Hause nutzbar gemacht werden. Der Senat muss sich noch in diesem Jahr um die illegalen Wohnungen kümmern und rechtliche Konsequenzen einleiten. Dafür werden wir sorgen.

Im Rahmen unserer Kampagne werden wir außerdem unsere Beratungsangebote in den Bezirken ausbauen, um Mieter*innen in den Kiezen mit Rat und Tat und auch rechtlicher Hilfe zur Seite zu stehen und etwa Betroffene im möblierten Kurzzeitwohnen zu unterstützen.

Unsere Kampagne ist eine Kampfansage: Wir werden dafür sorgen, dass Wohnungen wieder den Mieter*innen konkret zur Verfügung stehen. Wir laden alle Mieter*innen in der Stadt ein, gemeinsam mit uns zu aktiv zu werden. Denn es ist klar: Kai Wegner und seine Freunde aus der Immobilienlobby wollen eine Stadt für die Reichen. Wir wollen ein Berlin, das wir verdient haben. Aber das wird uns nicht geschenkt. Damit Veränderung wirklich wird, wollen wir eine Bewegung aufbauen, die von den Berliner*innen getragen wird. Dafür wollen wir uns zusammenschließen und deswegen sammeln wir feste Kontakte in die Häuser und Kieze, um einen engen Draht zu möglichst vielen Berliner*innen aufzubauen. In Mieter*innen- und Kiezversammlungen in ganz Berlin diskutieren wir gemeinsam darüber, was die Menschen bewegt – und was wir tun müssen, damit sich endlich etwas verändert. Für ein besseres Leben und ein bezahlbares Berlin.

Berlin muss bezahlbar werden!

Die Soziale Infrastruktur – Seniorenzentren, Jugendclubs, BVG und S-Bahn, Krankenhäuser, Kultureinrichtungen und Theater, Schulen und Hochschulen, Beratungsstellen und soziale Arbeit, die öffentliche Verwaltung in Land und Bezirken und vieles mehr - das ist das Rückgrat der Roten Metropole. Wenn sie fällt, fällt Berlin. Wenn sie gestärkt wird, kann unsere Stadt endlich für alle ein Zuhause sein. Zum Kampf für gerechte Alternativen in der Stadt gehört auch der Kampf für deren finanzielle Grundlagen. Wenn wir die Rote Metropole Wirklichkeit werden lassen wollen, brauchen wir eine finanzpolitische Grundlage. Der jetzige Senat zeigt, wie es nicht geht: Versprechen verkünden, aber das Geld dafür nicht bereitstellen. Auf der einen Seite den Haushalt immer weiter aufblähen und gleichzeitig die Axt an den sozialen Zusammenhalt legen. Gleichzeitig nutzt der Senat die Überschrift der „Konsolidierung“, um sich politisch unliebsamer Projekte zu entledigen.

Wir brauchen einen Kassensturz direkt nach der Wahl. Neue, soziale Mehrheiten in Berlin müssen schnellstmöglich eine Strategie zur langfristigen Sicherung und Entwicklung der sozialen Infrastruktur in Berlin etablieren. Dabei muss dringend die Kultur des Dialogs wieder umgesetzt werden. Unsere Haushaltsgipfel zeigen die Richtung: Entscheidungen, die die Stadt betreffen, müssen auch in Zukunft mit der Stadt diskutiert werden. Statt mit den Trägern und Vereinen über die Zeitung zu kommunizieren, müssen gemeinsame Ziele formuliert und Versprechen auch gehalten werden. 

Wir als Linke kämpfen für ein gerechtes Steuersystem, das hohe Einkommen und Vermögen stärker heranzieht und von Sperrmülltagen bis Baumpflege Angebote vor Ort verlässlich finanziert. Zugleich bleiben wir bei unserer Grundüberzeugung: Die Schuldenbremse ist ein Irrweg. Sie verhindert Investitionen in Bildung, Pflege, Klimaschutz und Teilhabe. Sie ist eine politische Entscheidung gegen die Zukunft. Dieses Korsett kann von der Stadt Berlin allein nicht gesprengt werden. Diese Entscheidungen müssen im Bundestag und Bundesrat erkämpft werden. 

Aber auf Berliner Ebene ist trotz der derzeit schwierigen finanziellen Situation eine linke Strategie möglich, die die soziale Infrastruktur sichert und die dringenden Zukunftsinvestitionen finanziert. Ein solcher Weg muss einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern beinhalten und die Prioritäten klar beim Wesentlichen setzen. Wahlkampfgeschenke und Großevents, die auf Kosten der notwendigen Infrastruktur finanziert werden, dürfen nicht Realität werden. Statt Olympiabewerbung brauchen wir Investitionen in den Breitensport. Statt NFL-Spiele, Magnetschwebebahnen und Imagekampagnen, braucht es saubere Schulen, medizinische Versorgungszentren, einen pünktlichen ÖPNV und sichere Radwege. Statt Doppelzuständigkeiten und Bürokratiemonstern, muss die Verwaltungsreform mit Leben gefüllt werden und eine effektive Verwaltung entwickelt werden, die zuerst die Bürger*innen im Blick hat. Statt die Digitalisierung dafür zu nutzen, um jede Büroklammer abrechnen zu lassen, müssen neue Technologien dafür eingesetzt werden, um Bürgerbeteiligung effizient zu gestalten. Statt den sozialen Trägern und Vereinen mit Misstrauen zu begegnen und Gruppen wie etwa Geflüchtete mit diskriminierenden und bevormundenden Maßnahmen wie der Bezahlkarte zu gängeln, braucht es einen offenen Dialog, um die Kosten für die soziale Infrastruktur und die Transferausgaben dauerhaft zu sichern. Berlin muss alle Möglichkeiten der Kreditaufnahme und alle Reserven zur Finanzierung eines Anpassungskurses ausschöpfen, denn jeder Euro, der jetzt eingespart wird, wird sich bitter rächen. Andersherum werden Investitionen in eine zukunftssichere Infrastruktur Vertrauen in die Demokratie wieder herstellen und den Menschen Stabilität für die Zukunft geben.

Zum Beispiel durch die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und eine Erhöhung von Erbschafts- und Einkommenssteuer für Vermögende durch eine Gesetzesinitiative im Bundesrat. Die Linke Berlin wird sich zusätzlich im Bundesrat dafür einsetzen, dass Mieteinnahmen stärker besteuert werden. Ein sinnvoller Beitrag für neue Einnahmemöglichkeiten ist auch die Einführung einer Luxus-Villen-Steuer. Vor allem aber müssen wir endlich verstärkt weitere dauerhafte und verlässliche Einnahmemöglichkeiten nutzen. Das betrifft eine Erhöhung der Grunderwerbssteuer, eine Grundsteuer C ebenso wie eine Anpassung der Gewerbesteuer auf das Potsdamer Niveau. Gleichzeitig wird die Linke den Mut haben, auch neue Einnahmemöglichkeiten zu erschließen. Zum Beispiel mit einer Luxus-Villen-Steuer. Denn während viele Familien in viel zu kleinen Wohnungen leben und die allermeisten Berliner*innen keine bezahlbare mehr Wohnung finden, gibt es Menschen, die unnötig viel Wohnraum als Statussymbol vor sich hertragen. Das kann sich eine Stadt mit einer Wohnungskrise nicht länger leisten. Die Superreichen müssen ihren Anteil leisten. Wir schlagen deshalb eine Luxus-Villen-Steuer vor. Damit wollen wir besonders teure Immobilienankäufe höher besteuern und eine Sonderabgabe für Luxusvillen erheben. Damit finanzieren wir bezahlbaren Wohnraum, für die gesamte Stadt, denn von der Busfahrerin bis zum Krankenpfleger haben alle bezahlbaren Wohnraum verdient, auch wenn sie kein Vermögen vererbt bekommen haben.

Kultur ist Gemeingut. Sie muss gemeinsam gestaltet werden – offen für alle, besonders für marginalisierte Gruppen. Wir wollen Vielfalt sichern, soziale Standards setzen und Planungssicherheit schaffen. Kultur stärken heißt Demokratie stärken.

Für ein solidarisches Berlin für alle, mit allen!

Die Faschisten stehen auch vor den Toren unserer Stadt, mehr noch: Bereits bei der vergangenen Bundestagswahl hat die faschistische AfD ein Direktmandat in Marzahn-Hellersdorf gewonnen und in einigen anderen Bezirken hohe Zustimmungswerte erreicht. Wir werden diese Bezirksverbände in der kommenden Wahlauseinandersetzung in besonderer Weise unterstützen. In den Außenbezirken leben 2/3 der Berliner*innen: Nur mit ihnen wird Berlin eine rote Metropole und gegen den Faschismus verteidigt werden können. Die AfD ist eine Gefahr für uns alle: für Menschen mit Migrationsgeschichte und für Menschen mit Behinderung, für queere und für jüdische Menschen, für Gewerkschafter*innen, Antifaschist*innen, Feminist*innen, Klimaaktivist*innen, Humanist*innen und Sozialist*innen. Deswegen stellen wir uns ihnen in den Weg. Berlin ist eine Stadt der vielen bunt und rebellisch und gegen Rassismus und Diskriminierung. Zum Schutz unserer Demokratie wollen wir die Arbeit von Demokratieprojekten und Beratungsstellen von Opfern von Rassismus, Antisemitismus, sexistischer oder queerfeindlicher Gewalt dauerhaft über ein Demokratiefördergesetz absichern. Wir setzen uns ein, für ein Verbot der rechtsextremen AfD und stehen an der Seite außerparlamentarischer antifaschistischer Bewegungen wie Widersetzen. Wir sagen: Kein Fußbreit den Faschisten, nicht in Berlin, nicht irgendwo sonst. Die Linke ist die Bastion gegen den Faschismus. Jede Stimme für Die Linke ist eine Stimme gegen die AfD!

Ob in der Ukraine, in Gaza, im Sudan und Kongo, in der Westsahara, in Myanmarund in vielen anderen Konfliktgebieten der Welt, angesichts von Krieg und Völkermord, von Aufrüstung und Vertreibung ist für uns klar: "Berlin, Stadt des Friedens“ bleibt für uns eine ständige Verpflichtung – im Parlament, auf der Straße, im Betrieb, in der Schule und Hochschule. Besonders die genozidalen Kriegsverbrechen und die Leiden in Gaza und im Sudan sorgen bei vielen Menschen für Trauer und Wut und treiben sie auf die Straße. Es ist auch unsere Verantwortung eine Bewegung für die Menschen im Sudan zu unterstützen. Wir lassen nicht zu, dass friedlichem Protest immer öfter durch die Polizei mit Gewalt und Repression begegnet wird. Eine Verschärfung des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG) lehnen wir dabei genauso ab wie eine Aushöhlung des Versammlungsfreiheitsgesetzes (VersFG). Statt immer weiter die polizeilichen Befugnisse auszuweiten und soziale Proteste und friedliche Versammlungen unter Generalverdacht zu stellen, begegnen wir den Menschen mit Solidarität und Dialog, um diese Stadt nicht weiter zu spalten. Während Schutzräume und Freizeitangebote für Jugendliche geschlossen werden, soll der "finale Rettungsschuss", also ein tödlicher Schuss, zugelassen und sogar auf Teenager ausgeweitet werden. Das zeigt, dass der Senat rücksichtslos agiert und den Blick für eine soziale Stadt verloren hat.

Es ist Zeit für ein mutiges Berlin - Es ist Zeit für Die Linke

Im September 2026 wird Berlin ein neues Parlament wählen. Für uns ist das Ziel klar: Wir wollen Die Linke zur stärksten Kraft in dieser Stadt machen. Alle Parteien wollen regieren, wir wollen verändern: Wir werden an der Umsetzung einer roten Metropole arbeiten. Diese CDU-Regierung hat gezeigt was sie zu bieten hat: Kürzungen, Ausgrenzung und Spaltung. Wir sagen: Berlin hat Besseres verdient. Wir kämpfen für eine Politik, die Mieten senkt, statt sie steigen zu lassen. Für eine Politik die soziale Infrastruktur aufbaut statt zerstört. Die Rassismus und Diskriminierung bekämpft, statt wie CDU und SPD schweigend zuzusehen oder mitzuhetzen. Eine Politik, die mutig voran geht und Hoffnung macht. Und die Berlin in eine Stadt verwandelt, in der das Leben jeden Tag ein Stück besser wird. Wir wollen verändern. Wir treten an, um zu gewinnen. Weil wir zeigen wollen, dass diese Stadt den Menschen gehört. Wir wollen ein Berlin, das sich alle leisten können. 

Als Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl 2026 nominieren wir Elif Eralp. Mit ihr an der Spitze setzt sich Die Linke das Ziel, die Wahl zu gewinnen. Elif Eralp ist unser Angebot an die Berlinerinnen und Berliner für das Amt als Regierende Bürgermeisterin unserer Stadt. Gemeinsam mit ihr, in einem starken Team aus erfahrenen und neuen Kandidat:innen, mit dem Einsatz und Elan unserer Mitglieder und mit der Unterstützung der Berliner Bevölkerung werden wir entschlossen um diese Stadt kämpfen. Die rote Metropole ist unsere Antwort auf graue Politik. Sie ist ein Projekt, das zusammen mit den Menschen entsteht – nicht über ihre Köpfe hinweg. Wir laden alle Berliner*innen ein, Teil davon zu sein. Niemals allein – immer gemeinsam!

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