Haustürgespräche feministisch gestalten
Beschluss 13 / 1 / 10
Der Haustürwahlkampf war ein entscheidender Faktor für das starke Ergebnis der Berliner Linken bei der Bundestagswahl 2025. Wir sind mit dem Versprechen "Wir wollen Politik anders machen" an die Türen gegangen.
In den meisten Bezirken und auf der Landesebene wird bereits an Konzepten gearbeitet oder wurden teilweise seit Jahren Erfahrungen gesammelt, wie Haustürgespräche als linke Praxis verstetigt und weiterentwickelt werden können. Dabei ist zentral: Die Beteiligung von FLINTA, BIPoC, Menschen mit Migrationsgeschichte und weiteren Personen mit Diskriminierungserfahrungen muss sowohl in Verantwortungspositionen als auch bei den Aktiven gestärkt werden. Gleichzeitig ist es essenziell, dass Aktive wissen, wie sie von Diskriminierung betroffenen Personen hinter den Haustüren begegnen, ohne (un)bewusst sexistische, rassistische, ableistische, etc. Strukturen zu reproduzieren. Daher sollte die Landespartei allen Personen, die zukünftig Haustürgespräche führen wollen und werden, Workshops zu genau solchen Themen anbieten.
Der Landesvorstand soll dieses Anliegen durch die Förderung der Vernetzung der Haustür-Teams untereinander als auch die Bereitstellung von entsprechenden Ressourcen und Expertisen aktiv unterstützen: Es braucht konkrete strukturelle Maßnahmen, wie Sensibilisierungs-, Awareness- und Sicherheitskonzepte, um einerseits die Beteiligung systematisch benachteiligter Personen zu stärken und andererseits insbesondere die für eine verantwortungsbewusste Haustürpraxis zwingend notwendige emotionale Arbeit zu reflektieren, anzuerkennen und gerecht zu verteilen.
Dabei ist auch zu diskutieren, wie wir Erfolg von und mit Haustürgesprächen definieren und messen. Ein alleiniger Fokus auf quantitative Kennzahlen, wie die Anzahl geklopfter Türen, ist zu verengt, denn Haustürgespräche sollen als langfristige politische Praxis, die Raum für transformative Gespräche schafft und Organisierung von unten ermöglicht, etabliert werden.
Um diesem Anspruch als eine feministische Partei gerecht zu werden, soll ein Konzept mit konkreten Maßnahmen, die in allen Bezirken sowie auf Landesebene umgesetzt werden sollen, erarbeitet werden. Das Konzept wird zur 2. oder spätestens zur 3. Tagung des 10. Landesparteitags als Antrag vorgelegt. Dazu wird in den bezirklichen Haustürgruppen, dem Landesvorstand sowie in der sich in Gründung befindenden LAG Haustürgespräche ein Ausarbeitungsprozess für diesen Antrag angestoßen.
