Linke unterstützt Protest gegen Weiterbau der A100

Nächsten Mittwoch, am 27. August 2025 will die Bundesregierung mit dem Berliner Senat den 16. Bauabschnitt der A100 „feierlich“ für den Verkehr freigeben. Verschiedene Bürgerinitiativen haben dagegen bereits Proteste angekündigt. Die Linke Berlin hält die Eröffnung des 16. Bauabschnitts und den Weiterbau der A100 grundsätzlich für einen schwerwiegenden politischen Fehler, zulasten von Klima, Stadtentwicklung und Lebensqualität in Berlin.

 

Und der Verkehrskollaps ist vorprogrammiert: Die Elsenbrücke ist derzeit nur über eine provisorische Behelfsbrücke mit deutlich geringerer Kapazität befahrbar. Mit der Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 droht dort ein massiver Engpass, da der Verkehr ins Nadelöhr geführt wird. Ohne funktionierenden Neubau und tragfähiges Verkehrskonzept bedeutet das mehr Stau, Ausweichverkehr und Belastungen für die angrenzenden Kieze.

Kerstin Wolter, Landesvorsitzende von Die Linke Berlin:

„Während Berlin unter einer Verkehrssenatorin leidet, die sich nicht für die Fahrgäste dieser Stadt interessiert und dazu getrieben werden muss, sich um die Pünktlichkeit von S-Bahn und BVG zu kümmern, will der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hier ein fossiles Großprojekt abfeiern. Städte müssen mehr sein als Beton und Autos – es geht um Lebensqualität. Es ist ein Skandal, dass Milliarden an Steuergeldern weiter in die teuerste Autobahn Deutschlands fließen, während das Geld dringend für die Stärkung von Bus, Bahn und Radwegeinfrastruktur gebraucht wird.

Der Weiterbau der A100 ist ein Symbol für die Verkehrspolitik von gestern, der Weiterbau muss nun in Treptow gestoppt und qualifiziert beendet werden.“

 

Kristian Ronneburg, verkehrspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:

„Wenn die neue Autobahn zum Treptower Park in Betrieb gehen wird, wird sie buchstäblich in einer Sackgasse enden. Es droht ein Verkehrskollaps an der Elsenbrücke mit unmittelbaren Auswirkungen auf Treptow-Köpenick, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Neukölln. Wir appellieren dringend an Bund und Senat: Der 16. Bauabschnitt der A100 sollte nicht vor der vollständigen Fertigstellung des westlichen Überbaus der Elsenbrücke unter Berücksichtigung eines aktuellen Verkehrskonzepts eröffnet werden.“

 

Auf dem Landesparteitag am 17./18. Mai 2025 hat die Berliner Linke den Antrag „A100 stoppen und qualifiziert beenden!“ beraten und mit großer Mehrheit beschlossen: https://dielinke.berlin/fileadmin/Parteitage/10._Landesparteitag/1._Tagung/LPT_A19.pdf