Die Linke hilft Berlinovo-Mieter*innen in Lichtenberg: Rückzahlung von bis zu 70.000 € erwartet
Nachdem im Sommer 2025 durch den Heizkostencheck der Linken aufgedeckt wurde, dass in einem Häuserblock der Berlinovo in der Sewanstraße in Friedrichsfelde keine gesetzlich geforderten Wärmemengenzähler verbaut waren, schlossen sich einige Mieter*innen zusammen und reichten mit Unterstützung der Linken Lichtenberg einen Sammelwiderspruch gegen bereits gezahlte Heizkosten ein. Wenn kein Wärmemengenzähler verbaut ist, können Mieter*innen pauschal 15 Prozent ihrer Heizkosten zurückfordern. Die Berlinovo lehnte den Sammelwiderspruch anfangs ab, lenkte aber ein, nachdem die Abgeordneten Niklas Schenker und Hendrikje Klein mit einem Brief intervenierten.
Nun gibt es die nächste erfreuliche Nachricht: Auch Mieter*innen, die selbst keinen Widerspruch eingelegt hatten, bekamen vergangene Woche in einem Schreiben der Vermieterin eine Erstattung von 15 Prozent ihrer bereits gezahlten Heizkosten für das Jahr 2024 zugesichert. Da es sich bei den Erstattungen um Beträge von im Durchschnitt 200€ pro Wohnung handelt, ergibt das hochgerechnet auf den ganzen Block mit 350 Wohnungen ca. 70.000€, die die Mieter*innen rückerstattet bekommen.
Dazu erklärt Elif Eralp, Bürgermeisterkandidatin von Die Linke Berlin:
„Ich freue mich sehr, dass wir vielen Menschen in Lichtenberg ganz konkret helfen konnten. Das macht für viele einen großen Unterschied im Portemonnaie. Vor allem bei Leuten mit wenig Geld geht ein Großteil des Einkommens nur für die Miete drauf. Der schwarz-rote Senat aber lässt die Mieter*innen mit ihren Problemen weiter alleine und unterlässt es, die Landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften anzuweisen, den betroffenen Mieter*innen 15 Prozent der Kosten für Heizung und Warmwasser zu erstatten.
Weil Kai Wegner nichts gegen den Mieten-Notstand unternimmt, handeln wir. So wie in Lichtenberg werden wir mit unserem Check Fehler bei der Abrechnung von Heizkosten weiter aufdecken und die Mieter*innen in der Auseinandersetzung mit ihren Vermietern unterstützen. Denn Lichtenberg ist kein Einzelfall. Deshalb werden wir da auch nicht lockerlassen. Wir schieben der Miet-Abzocke einen Riegel vor und holen Euro für Euro zu viel gezahlter Miete und Nebenkosten für die Menschen zurück. Es ist die Aufgabe der Politik, dass sie für die Menschen, die jeden Tag unsere Stadt am Laufen halten, da ist und ihr Leben einfacher macht.“
Hendrikje Klein, direkt gewählte Abgeordnete für Lichtenberg im Abgeordnetenhaus, ergänzt:
„Große Wohnungsunternehmen nutzen eine Gesetzeslücke, um Geld von Mieterinnen und Mieter einzubehalten, das ihnen gar nicht zusteht. Aufgeflogen ist es durch unseren Heizkostencheck. Das schnelle Einlenken der Berlinovo im Fall des Wohnblocks an der Sewanstraße war keine Kulanzentscheidung, sondern Ergebnis einer nachdrücklichen Intervention. Der Fall zeigt, dass es sich lohnt, Abrechnungen genau zu prüfen und zu hinterfragen. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass eine solche Willkür bei Betriebskostenabrechnungen von Anfang an vermieden wird und Mieterinnen und Mieter nicht erst um ihre Rechte kämpfen müssen, sondern ihnen diese Kosten gar nicht erst in Rechnung gestellt werden.“
Bereits im letzten Jahr hatte die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus gefordert, dass der Senat die Landeseigenen Wohnungsunternehmen anweist, den Mieterinnen und Mietern in Gebäuden, in denen keine Wärmemengenzähler verbaut wurden, 15 Prozent der Kosten für Heizung und Warmwasser zu erstatten. CDU und SPD hatten diesen Antrag abgelehnt. Zum Antrag: https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-2555.pdf
