Zum Hauptinhalt springen

Eralp zu Zahlen des Statistischen Bundesamts: Wohnungsnot ist kein Naturereignis

Die Wohnungsnot in Deutschland hat sich verschärft. 11,7 Prozent der Bevölkerung lebten 2025 in zu kleinen Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Damit ist die Quote binnen fünf Jahren gestiegen: 2020 hatte sie noch bei 10,2 Prozent gelegen.

Dazu erklärt Elif Eralp, Bürgermeisterkandidatin von Die Linke Berlin:

„Das Statistische Bundesamt hat gestern bestätigt, was viele in dieser Stadt längst wissen: In Deutschland leben 11,7 Prozent der Menschen in überbelegten Wohnungen, in Großstädten ist es fast jede sechste Person. Berlin ist keine Ausnahme, im Gegenteil: Mehr als 100.000 Berliner Haushalte haben weniger Zimmer als Menschen im Haushalt. Das sind Kinder von Busfahrern, Pflegekräften und Kassiererinnen, die ihre Hausaufgaben am Küchentisch machen, weil es kein eigenes Zimmer gibt. Das sind Familien, in denen die Eltern in Schichten arbeiten und sich nachts leise durch eine zu kleine Wohnung bewegen, in der immer jemand schläft oder mehrere Kinder sich ein Zimmer teilen und nirgends ein Rückzugsort zu finden ist.

Insgesamt leben in Berlin knapp 280.000 Haushalte in unterdurchschnittlich kleinen Wohnungen und dafür rund 297.000 Haushalte auf überdurchschnittlich viel Wohnraum.  Der Platz ist da, aber ungleich verteilt: Wer viel verdient, wer erbt, hat Aussicht auf ausreichend Wohnraum. Wer arm ist, wer alleinerziehend ist und wessen Name nicht deutsch klingt, wird besonders stigmatisiert und landet meist ganz hinten in der Schlange. Gerade in einer Stadt in der über 40 Prozent der Menschen eine Migrationsgeschichte haben und es viel zu viele schlecht bezahlte Jobs gibt, trifft diese Diskriminierung breite Teile der Bevölkerung.

Die Mietenexplosion sorgt dafür, dass sich diese Schieflage verfestigt: Familien, die zu klein wohnen, können sich größere Wohnungen nicht leisten, und selbst wer zu groß wohnt und in eine kleinere Wohnung ziehen will, kann kaum in eine kleinere, bezahlbare Wohnung wechseln. 

Und mitten in dieser Krise hat Kai Wegner die Mieten in den kommunalen Wohnungen um bis zu elf Prozent erhöht. Statt die Mieterinnen und Mieter und Diejenigen, die unsere Stadt am Laufen halten, zu schützen, belastet er sie. Alleinerziehende Mütter, Familien mit drei oder vier Kindern, Menschen mit Migrationsgeschichte und solche mit kleinen Einkommen, sie alle zahlen den Preis für eine Wohnungspolitik, die Reichtum nach oben absichert und Enge nach unten organisiert.

Diese Wohnungsnot ist kein Naturereignis und kein Versehen, sie ist das Ergebnis der Entscheidungen von Kai Wegner und seinem Senat, gegen die Menschen in unserer Stadt.

Das muss sich endlich ändern, dafür streiten meine Partei und ich schon lange. Dass inzwischen fast alle Parteien über die Mietenfrage sprechen und die Zahlen so eindeutig sind, bestätigt, was wir seit Jahren sagen: Die Wohnungsnot trifft Diejenigen am härtesten, die ohnehin am wenigsten haben. 

Aber während andere noch darüber reden, leisten wir praktische Hilfe vor Ort, in unseren Sozialsprechstunden, Mieterversammlungen und mit unseren Mietwucher- und Heizkosten-Checks unterstützen wir Mieter*innen zu ihrem Recht zu kommen. Ganz ohne im Amt zu sein. Und wenn wir Kai Wegner endlich abgelöst haben, werden Mieter*innen auch per Gesetz und Behördenpraxis entlastet, mit einem Mietendeckel für die landeseigenen Wohnungen, mit dem konsequenten Vorgehen gegen Mietwucher und unserem Sozialwohnungsbauprogramm. Die Linke bleibt bei der Mietenfrage das Original und kämpft an der Seite der Menschen für ein bezahlbares Berlin.“

Zurück zum Kopf der Seite