„Hitzeschutz ist ein Grundrecht – nicht das Luxusprojekt für Berlins Schickeria“
Berlin erlebt eine Hitzewelle und viele, vor allem ältere und vorerkrankte Menschen leiden unter den hohen Temperaturen. Nicht alle können der Hitze mit Ausflügen auf die eigene Datsche oder Sprung in den Privatpool entkommen. Umso wichtiger ist ausreichender Hitzeschutz, erklärt Kerstin Wolter, Landesvorsitzende von Die Linke Berlin:
„Fehlender Hitzeschutz ist sozialer und gesundheitlicher Sprengstoff. Je weniger Geld du hast, desto heißer wird es in deiner Wohnung. Menschen mit niedrigerem Einkommen sind nicht nur stärker Luftschadstoffen ausgesetzt – sie leben auch häufiger in Gegenden ohne schattenspendende Grünflächen. Wer wenig verdient, kann sich selten eine Wohnung leisten, die gegen Hitze geschützt ist. Klimaanlage, gute Dämmung, Beschattung – für viele in unserer Stadt ist das unbezahlbar.
Die kühlen Ecken der Stadt und die am besten geschützten Wohnungen sind heute Luxusgut. Aber Grünflächen sind kein Dekoelement – sie sind Lebensretter in Hitzesommern.
Statt Hitzeschutz zu fördern, treibt die Koalition die Versiegelung voran: Begrünte Innenhöfe werden zugebaut, Kleingärten plattgemacht, grüne Wiesen in Betonwüsten verwandelt. Hitzeschutz-Maßnahmen dürfen nicht zu Luxussanierungen und Verdrängung führen. Ein bundesweiter Mietendeckel, aber auch allein schon ein Mietendeckel für die landeseigenen Wohnungen, würde dafür sorgen, dass auch Menschen mit weniger Geld in Wohnungen mit Hitzeschutz leben könnten.
Der schwarz-rote Senat muss endlich beim Hitzeaktionsplan vorankommen. Als Sofortmaßnahmen schlagen wir die Bereitstellung von kostenlosem Trinkwasser in allen öffentlichen Einrichtungen und die Ausweisung kühler Orte in den Stadtteilen vor. Das können zum Beispiel Bibliotheken, Einkaufszentren oder Kirchen sein.
Hitzewellen wie die jetzige sind in Berlin schon lange keine Ausnahmen mehr. Berlin braucht seine Grünflächen und hitzeresistente Umbauten. Die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus hat ein Gesetz zum Schutz von Kleingärten vorgelegt – auch damit diese grünen Inseln nicht Investoren zum Opfer fallen.“
