Krippenerziehung ist keine Menschenrechtsverletzung!

Zu den Äußerungen von Christa Müller

Zu den Äußerungen von Christa Müller erklärt das Mitglied des Landesvorstand der Partei DIE LINKE.Berlin, Sonja Kiesbauer:

Christa Müller, familienpolitische Sprecherin des Landesverbandes DIE LINKE im Saarland, will in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück: das Politische soll nach ihrem Willen wieder privat werden. Statt gesellschaftlich organisierter und öffentlich finanzierter Betreuung von Kindern und Jugendlichen will sie Eltern ein Erziehungsgehalt bis zum 20. (!) Lebensjahr des Kindes zahlen, mit dem dessen private Betreuung finanziert werden kann. Ihr Hauptargument ist das Kindeswohl, dass aus ihrer Sicht nur durch die Bezugsperson Mutter gewährleistet werden kann. Christa Müller verallgemeinert dabei unzulässig von ihrer persönlichen, durchaus privilegierten, Situation auf das gesellschaftlich Wünschenswerte.

Das allein ist für eine emanzipatorische Partei wie DIE LINKE schon ziemlich problematisch. Unerträglich und nicht hinnehmbar aber ist ihre wiederholte Gleichsetzung von Krippenbetreuung und Genitalverstümmelung. Diese relativiert einerseits das Ausmaß der körperlichen und seelischen Menschenrechtsverletzung der betroffenen Mädchen und Frauen. Andererseits stellt sie die auf Chancengleichheit für alle Kinder bedachte und dafür gut ausgebildete ErzieherInnen und BetreuerInnen mit denen auf eine Stufe, die massenhaft grauenvolle Verstümmelungen vornehmen.

Christa Müller hat als Person jedes Recht, ihre Meinung zu äußern, auch öffentlich. Genauso wie ich klarstelle: ich möchte weder in einer Partei noch in einer Gesellschaft leben, in der solche Meinungen mehrheitsfähig sind. Deshalb erwarte ich von den GenossInnen an der Saar, dass sie deutlich machen, in wessen Namen Christa Müller eigentlich spricht.