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Aktuelles

Gedenken an den 7. Oktober

Gemeinsame Erklärung der Landes- und Fraktionsvorsitzenden der Linken Berlin

07. Oktober. In Gedenken an die von der Hamas und ihren Verbündeten ermordeten 1.200 Menschen.

In diesem Moment denken wir nicht an das, was vorher war und nicht an das, was folgte. Wir denken an die Opfer der Hamas vom 7. Oktober und sprechen den Überlebenden und Angehörigen des terroristischen Massakers unser tiefstes Mitgefühl aus. Das unermessliche Leid, das dieser Angriff mit allen Folgen ausgelöst hat, ist bis heute unerträglich. Seitdem tragen so viele Menschen auch in unserer Stadt Schock und Trauer um Angehörige und Freunde mit sich.

Und statt ihre Trauer offen leben zu können, müssen Jüdinnen und Juden wieder Angst haben. Antisemitismus nimmt weltweit  zu. Viele unserer Freundinnen und Freunde haben wieder Sorge, ihr Jüdischsein sichtbar zu leben. Wir stellen uns offensiv gegen jede Form von Antisemitismus.

Der Angriff traf Menschen unterschiedslos am frühen Morgen eines Schabbats und Feiertags, ob zu Hause, beim Feiern, im öffentlichen Raum oder im Dienst. Menschen wurden misshandelt und gefoltert. Auch sexualisierte Gewalt ist dokumentiert.

251 Menschen wurden lebend oder tot in den Gazastreifen verschleppt, darunter mehr als dreißig Kinder. Unter den Verschleppten waren auch Menschen aus Thailand, Nepal, den Philippinen und Tansania: Landarbeiter, Studierende eines Agrarprogramms und Pflegekräfte. Geiseln wurden in der Gefangenschaft misshandelt und gefoltert; einige waren auch sexualisierter Gewalt ausgesetzt.

Der 7. Oktober war eine Zäsur. Er hat die israelische Gesellschaft tief traumatisiert, und er wirkt fort: in den Familien der Ermordeten und Verschleppten, in den zerstörten Orten des Grenzgebiets, im Gefühl der Überlebenden, dass selbst das eigene Zuhause keinen Schutz mehr bietet. Auch in Deutschland und in Berlin haben viele Jüdinnen und Juden seitdem das Vertrauen in die Selbstverständlichkeit ihres Alltags verloren. Ihnen schulden wir mehr als Worte des Gedenkens.

Auch unsere palästinensischen Nachbarn in Berlin trauern seit der militärischen Reaktion Israels um unzählige Angehörige und Freunde. Auch ihre Trauer muss hier Raum finden, ihr Leid eine Stimme haben.

Seit dem 7. Oktober 2023 wird auch unsere Stadt von Trauer, Wut und Angst in den verschiedenen Communitys überschattet.

Hier in Berlin leben wir alle zusammen, Seite an Seite, als Nachbarinnen und Freunde. Es geht darum, zusammenzustehen, in unserer Trauer und in dem Wunsch nach Frieden für alle Menschen. Wir wollen Brücken bauen, damit alle Menschen in unserer Stadt sich sicher und gesehen fühlen können.

 

Kerstin Wolter und Maximilian Schirmer
Landesvorsitzende

Elif Eralp und Tobias Schulze
Fraktionsvorsitzende 

 

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