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Jaime Martínez Porro

Kandidatur für den Landesvorstand

Über mich

Mein Name ist Jaime Martínez Porro, aus Palencia (Spanien). Ich bin 35 Jahre alt, lebe seit 2016 in Berlin und seit 2018 in Lankwitz. Ich bin Altphilologe und arbeite seit 2018 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität (Geschichts- und Kulturwissenschaften). Ich bin seit 2019 Mitglied von Die Linke und seit 2022 Co-Bezirksvorsitzender in Steglitz-Zehlendorf. Seit 2015 bin ich auch Mitglied unserer Schwesterpartei in Spanien, Izquierda Unida.

Meine politischen Standpunkte

Wir stehen vor der Aufgabe, eine sozialistische Alternative zu einer Welt aufzubauen, die zunehmend von Militarismus, sozialer Ungleichheit, rechtsextremen Strömungen und Umweltzerstörung geprägt ist. Unsere Perspektive bedeutet, das kapitalistische Eigentumssystem zu überwinden und Wohnen, Produktion und Ressourcen dem Gemeinwohl statt dem Profit zu unterstellen. Sie bedeutet: Einsatz für Frieden, Abrüstung, internationale Solidarität, das Menschenrecht auf Migration und Asyl sowie die Überwindung von Patriarchat und neokolonialer Ausbeutung des globalen Südens.

Was bedeutet das konkret für Die Linke Berlin? Für den nächsten Vorstand, wenn die Entwicklung so weitergeht, wird sich erneut die Frage stellen: regieren – oder nicht? Entscheidend ist, wozu und für wen regiert wird. Nicht nur, um etwas besser zu sein als SPD und Grüne oder um die Rechte zu verhindern – das reicht nicht. Deshalb müssen wir uns für die Umsetzung des Volksentscheids „DWE“, für Wahlrecht für alle Berliner*innen unabhängig von der Staatsangehörigkeit, gegen Abschiebungen und für die vollständige Rücknahme der Kürzungen einsetzen. Wir erinnern uns an unser Motto: „Alle wollen regieren, wir wollen verändern.“ Wir wollen nicht um jeden Preis regieren, sondern mit einer klaren linken politischen Linie.

Zwei Themen betreffen mich besonders: Repression und die Situation an den Hochschulen. Wir erleben eine zunehmende Repression, mit Einschränkungen der Meinungs-, Versammlungs- und Wissenschaftsfreiheit. Vor kurzem haben wir an den Berliner Universitäten Gewalt gegen Studierende, die sich mit Palästina solidarisieren, erlebt, die Abschiebung von Menschen, die sich mit Palästina solidarisieren, und das Verbot von Vorträgen an der FU, u.a. Auch die Anklage der „Letzten Generation“ wegen krimineller Vereinigung und Polizeigewalt gegen antifaschistische Demonstranten. Die Liste könnte noch viel länger sein. Ich glaube, dass es bisher an Klarheit in unseren Parteipositionen zu diesen Themen gefehlt hat. Es geht nicht darum, unbedingt den Forderungen dieser Gruppen zuzustimmen, sondern darum, dass sie das Recht haben, diese zu äußern, sich zu versammeln, zu protestieren, zu demonstrieren und als legitime Methode des friedlichen Protests Universitätsgelände zu besetzen oder Straßen zu blockieren. In den nächsten zwei Jahren müssen wir unser antiautoritäres Profil entschieden stärken und es mit unserem antifaschistischen Profil verbinden.

Der zweite Punkt ist die dringende Aufhebung der Kürzungen an den Hochschulen, die ungefähr 200.000 Studierende und 40.000 Beschäftigte betreffen. Die Preise in den Mensen steigen (bis 20%), die Zahl der Plätze in Studentenwohnheimen zu bezahlbaren Preisen wird nicht erhöht, das Verwaltungs- und Dienstleistungspersonal ist unzureichend und wird nicht aufgestockt, und die wissenschaftliche Karriere ist nach wie vor von befristeten Verträgen geprägt. Hinzu kommen die Haushaltskürzungen, die zahlreiche wissenschaftliche Projekte gefährden.

Abschließend noch einige Worte zum internen Leben der Partei. Der Mitgliederboom stellt eine organisatorische Herausforderung dar, die der scheidende Vorstand gleichzeitig mit den Wahlen erlebt hat und die der nächste Vorstand bewältigen muss. Dazu ist unbedingt erforderlich, dass die Bezirke, die derzeit überlastet sind, personell verstärkt werden; dass die Bezirksverbände an der politischen Planung und Entscheidungsfindung des Landesverbandes beteiligt werden; dass Wissen und Erfahrung in beide Richtungen zwischen neuen und alten Mitgliedern sowie zwischen jungen und älteren Generationen weitergegeben werden; dass politische Bildung und verschiedene Aktivitäten angeboten werden, um eine lebendige, kämpferische und auch freudige Partei zu haben, weil ich immer wieder gerne den Satz von Roque Dalton wiederhole: „Freude ist auch revolutionär“.

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