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Nathalie Steinert

Kandidatur für den Landesvorstand

Liebe Genoss*innen,

Die Welt brennt: Die Faschisten sind auf dem Vormarsch, die Großmächte schotten sich ab und treffen Kriegsvorbereitungen, während die Klimakrise den Fortbestand der menschlichen Zivilisation bedroht. Auch hierzulande steigt die Repression, Menschenrechtsorganisationen werden infrage gestellt, Studien- und Kitaplätze gestrichen, Krankenhäuser privatisiert und die Mieten werden unbezahlbar. Und während das Leben für die meisten immer härter wird und bei jungen Menschen die Angst vor der Zukunft immer weiter wächst, verkündet Friedrich Merz, es gäbe keine linke Politik mehr in Deutschland.

Das ist nicht die Zukunft, in der ich leben will. Das Gute ist: Es geht nicht nur mir so. Unzählige junge Leute haben bei der Bundestagswahl ihre Hoffnung in die Linke gesetzt - und damit nicht unwesentlich zum Wahlergebnis der Linken beigetragen. Ein Teil dieser Generation hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass eine grundsätzlich andere, eine gerechtere Welt möglich ist. Das zeigt sich auch darin, wie viele von ihnen in den letzten Monaten in die Linke eingetreten und im Wahlkampf mit uns aktiv geworden sind. Hier wollen wir ansetzen und die Linke so gestalten, dass sie dauerhaft zum Ort der Hoffnung und der Organisation für junge Menschen wird.

Wir haben auch gesehen, wie aus Wahlkampf Bewegung geworden ist: An den Haustüren haben wir angefangen, echte Verankerung im Kiez aufzubauen, das Vertrauen der Menschen, die viel zu oft von der Politik im Stich gelassen wurden, zurückzugewinnen und Beteiligung real erfahrbar zu machen. Durch diese Praxis hat sich in den letzten Monaten eine neue Generation an Aktivist*innen formiert, deren erste (partei-)politische Erfahrungen genau dort ansetzen - bei den Menschen, als Teil der Klasse.

Als SDS haben wir in all dem von Anfang an eine aktive Rolle gespielt: An den Berliner Hochschulen haben wir Studis gegen Rechts aufgebaut, und von Anfang an klargemacht, dass wir ein linkes Gegenprojekt stärken müssen. Dadurch sind unzählige Studis mit uns an die Haustüren gekommen, um eine Linke aufzubauen, die als echte Opposition zum Rechtsruck in den Ring steigt und Politik anders macht. Als SDS haben wir damit einen entscheidenden Beitrag in der Umfeldmobilsierung geleistet, um entgegen allen Erwartungen zum ersten Mal das Neuköllner Direktmandat zu gewinnen.

Und jetzt stehen auch wir im Berliner SDS vor der Frage: Wie geht’s weiter? Wie binden wir die vielen Neumitglieder - von denen nicht wenige studieren - gut ein? Und wie erobern wir nächsten Herbst Berlin zurück?

Ich kandidiere für den Landesvorstand, weil ich genau diese Fragen nicht separat von Debatten im Landesverband Berlin, sondern gemeinsam diskutieren möchte:

Spätestens mit dem Austritt von Sahra Wagenknecht und dem Erneuerungsprozess der Linken hat sich die Einstellung vieler junger Menschen, auch im SDS, zur Partei verändert. An den Berliner Universitäten, die knapp 200.000 Studierende umfassen, sind wir der primäre Bezugs- und Berührungspunkt zur Linken. Wir möchten hier Zugänge schaffen, zukünftige Kampagnen gemeinsam aufbauen und den Übergang in die Partei erleichtern. Im Bundestagswahlkampf haben wir gesehen, welches Mobilisierungspotential im studentischen Milieu steckt, und als SDS haben viele von uns wichtige Multiplikator*innenrollen innegehabt - beispielsweise als Kiezorganizer*innen in Neukölln. Diese Dynamik, Erfahrungen und Fähigkeiten wollen wir aktiv in die Vorbereitung und Gestaltung des AGH-Wahlkampfes einbringen.

Als Studierendenverband stehen wir stets vor der Herausforderung, in vergleichsweise kurzer Zeit Genoss*innen auszubilden, Wissenshierarchien abzubauen und uns gegenseitig zu befähigen. Dadurch haben wir viel Erfahrung darin, wie wir neue Mitglieder gut ausbilden und schnell einbinden können. Und insbesondere in Studis gegen Rechts haben wir in den letzten Monaten gelernt, wie wir Hunderte neuer Aktiver in Aktivität bringen können - wovon sich Teile mit Sicherheit auf die Herausforderung (und Chance!) der zehntausenden Neumitglieder übertragen lassen.

Und zuletzt verstehen wir es natürlich auch als unsere politische Aufgabe, den Kampf um Berlin aufzunehmen und den Rechtsruck zu stoppen. Hunderttausende junger Leute haben ihre Hoffnung in die Linke gesetzt. Jetzt ist es an uns, zu beweisen, dass wir einen echten Unterschied im Leben der Menschen machen können - und die Zukunft nicht verloren, sondern links ist.

Über mich

Ich bin seit 2018 im SDS aktiv und Anfang 2020 in die Linke eingetreten (also schon eine ganze Weile bevor es cool wurde). Seit knapp zwei Jahren bin ich in der politischen Geschäftsführung vom SDS und wohne seitdem in Berlin, zuvor war ich lange Zeit in Leipzig aktiv. In den letzten Jahren habe ich zahlreiche Projekte und Kampagnen mitaufgebaut, zwei Bundestagswahlkämpfe und den Landtagswahlkampf von Nam Duy unterstützt sowie vielfältige Erfahrungen im Gruppen- und Verbandsaufbau gesammelt.

Meine Kandidatur wird vom SDS Berlin unterstützt.

 

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