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LV-Beschluss 10-075/26

Erste Auswertung Wahlergebnis und Ausblick

1. Die Linke Berlin dankt ihren 468.000 Wählerinnen und Wählern. Das entspricht einem Stimmanteil von 25,7 Prozent – einer Verbesserung zur vorherigen Wahl um 13,4Prozentpunkte. Mit diesem Rekordergebnis ist Die Linke die große Gewinnerin der Wahl in Berlin. Dieses Ergebnis begreifen wir als starkes Mandat für einen Politikwechsel. Diesen Zuspruch der Berlinerinnen und Berliner akzeptieren wir als Verpflichtung, um in Berlin jeden Hebel umzulegen, um die Mietabzocke zu stoppen, Bus und Bahn billiger zu machen und das Müllchaos zu beenden. Besonders wollen wir die Mietenkrise lösen und dafür u.a. ein Landesamt für Mieterschutz schaffen, einen Mietendeckel für die landeseigenen Wohnungen einführen und den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ endlich umsetzen. Die Linke Berlin nimmt dieses Mandat, diese Verpflichtung der Berlinerinnen und Berliner an. Wir sind angetreten, um das Leben für die Berlinerinnen und Berliner bezahlbar zu machen. Daran lassen wir uns messen. Wir haben versprochen, Politik anders zu machen. Daran wollen wir gemessen werden. 

2. Die Linke Berlin dankt alle Wahlkämpferinnen und -kämpfern, allen Unterstützerinnen und Unterstützern, allen Sympathisantinnen und Sympathisanten. Mehr als 5.000 Menschen haben sich an unserer Kampagne „Berlin bezahlbar machen!“ beteiligt. Aus dem Elan, Esprit und Einsatz all dieser Menschen resultierte die Schönheit und Stärke unserer Kampagne. Gemeinsam haben wir an mehr als 270.000 Haustüren geklopft und unzählige Gespräche mit Berlinerinnen und Berlinern geführt, haben mehr als 420.000,- Euro an Kleinspenden eingeworben und seit Beginn unserer Kampagne mehrere tausend neue Mitglieder für Die Linke gewonnen. 

3. Die Linke Berlin dankt allen Mitglieder der Landes- und Bezirksvorstände, der Wahlstäbe und Wahlkampfleitungen, allen Mitarbeiter:innen des Landesverbands und den Agenturen Aufsiemitgebrüll und Zoff, die diese Kampagne entwickelt, organisiert und mit Leben gefüllt haben.

4. Die Linke Berlin gratuliert allen neu gewählten Bezirksverordneten und allen gewählten Mitgliedern des Berliner Abgeordnetenhauses zur Wahl und wünscht ihnen Mut, Entschlossenheit und Beharrlichkeit für ihre parlamentarischen und außerparlamentarischen Tätigkeiten.

5. Die Linke ist die Wahlsiegerin! Sie hat mit 468.000 Zweitstimmen und einem Anteil von 25,7 Prozent ein Rekordergebnis erzielt. Mit 47 Abgeordneten stellt sie zukünftig die stärkste Fraktion im Abgeordnetenhaus. In sechs Bezirken ist Die Linke stärkste Kraft geworden (Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Mitte, Neukölln, Pankow und Treptow-Köpenick). Erstmals hat sie im ehemaligen Westen der Stadt Direktmandate gewonnen und zwar in Spandau, Charlottenburg, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und in Reinickendorf. Bei den Bezirksverordnetenversammlungen hat Die Linke in allen zwölf Bezirken deutlich hinzugewonnen, zweistellige Ergebnisse erzielt und wird allen Bezirken Stadträtinnen und Stadträte stellen. In sieben Bezirken wird Die Linke darüber hinaus das Amt des Bezirksbürgermeisterin bzw. des -meisters beanspruchen. Dennoch bleibt die unterschiedliche Stimmenverteilung zwischen Innenstadt und Stadtrand weiter zu analysieren und eine Herausforderung für Die Linke.

Die bisherige Landesregierung aus CDU und SPD wurde abgewählt. CDU und SPD zählen zu den Wahlverlierern: Die CDU erhielt nur noch 18,8 Prozent der Stimmen (-9,5 Prozentpunkt), die SPD bekam 12,1 Prozent (-6,3 Prozent). 

Die Grünen mussten leichte Verluste hinnehmen (-4,1 Prozentpunkte) und wurden mit 14,3 Prozent viertstärkste Kaft. 

Die AfD erzielte starke Zugewinne (+7,2 Prozentpunkte) und landete mit 16,3 Prozent auf dem dritten Platz. 

Das BSW verpasste den Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus.
Auf die sonstigen Parteien entfielen 5,7 Prozent der Stimmen (-3,4 Prozentpunkte).
Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent. Bei der Wahl 2023 lag sie nur bei rund 63 Prozent. 
Die Linke Berlin wird in den nächsten Wochen und Monaten diesen Wahlkampf umfassend analysieren, um für die nächsten Kampagnen daraus zu lernen. Diese Auswertung soll in den nächsten Monaten in den Landes- und Bezirksvorständen, im Wahlstab, im Landeswahlbüro und in den bezirklichen Wahlkampfleitungen stattfinden. In Verantwortung des Landesgeschäftsführers sollen die Ergebnisse dieses Prozesses in einem gemeinsamen Bericht münden, der zumindest in Teilen dem nächsten regulären Landesparteitag präsentiert wird.

6. Die Linke Berlin spricht sich für Sondierungsgespräche mit Bündnis90/ Die Grünen Berlin und SPD Berlin aus, um die Chancen für die Bildung einer gemeinsamen Landesregierung zu prüfen. Der Landesvorstand reicht einen entsprechenden Antrag zum außerordentlichen Landesparteitag von Die Linken Berlin am Freitag, 25. September 2026, ein.

7. Die Linke Berlin bittet die Landesvorsitzenden, noch in dieser Woche auf die Landesvorsitzenden von Bündnis90/ Die Grünen Berlin und der SPD Berlin zuzugehen, um sich in vorbereitenden Gesprächen über den zurückliegenden Wahlkampf und die Bewertung der Wahlergebnisse auszutauschen. 

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