Karl Heinrich Ulrichs ist ein würdiger Namenspatron
DIE LINKE. Berlin befürwortet die Umbenennung der Einemstraße
DIE LINKE. Berlin befürwortet die Umbenennung der Einemstraße in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße in Schöneberg und Mitte. Der Landesvorsitzende Klaus Lederer und der Bezirksvorsitzende und Vorsitzende der Linksfraktion in der BVV Mitte, Thilo Urchs, erklären:
DIE LINKE in Berlin und im Bezirk Mitte steht zu dem Anliegen der Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger zur Umbenennung der Einemstraße in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße und wird es mit all ihren Möglichkeiten unterstützen. Karl von Einem steht für die reaktionäre Tradition des deutschen Militarismus, die den Flächenbrand des 1. Weltkrieges erst ermöglicht hat. Antirepublikanische, antidemokratische, antisemitische und homophobe Einstellungen kennzeichnen Worte und Schriften des Kaiserzeit-Generals und preußischen Kriegsministers. Für eine positive Erinnerung an und Bezugnahme auf den preußischen Militarismus und seiner Protagonisten ist in unserem Stadtbild kein Platz.
Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg hat für den dortigen Teil der Einemstraße diese Entscheidung bereits getroffen. Wir setzen uns als LINKE dafür ein, dass auch im Bezirk Mitte eine positive Entscheidung zur Umbenennung in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße erfolgt. Es entspricht der von der LINKEN in der rot-roten Koalition federführend verantworteten Initiative »Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt« aus dem Jahr 2009, dass den Vorkämpfern der homosexuellen Emanzipationsbewegung in Berlin Erinnerung und Würdigung zuteil wird. Ulrichs hat sich bereits im 19. Jahrhundert für Gleichberechtigung und Akzeptanz sexueller Vielfalt eingesetzt und gilt uns als ein Vorbild politischen Muts und humanistischen Denkens. Er ist ein würdiger Namenspatron für diese Berliner Straße.
Wir hoffen, dass es schnellstmöglich zu einem Konsens der politischen Parteien in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte und dann innerhalb des Bezirksamtskollegiums darüber kommt, den Beschluss aus Tempelhof-Schöneberg auch für das Tiergartener Straßenstück der Einemstraße nachzuvollziehen und den Weg für eine zeitgleiche Umbenennung freizumachen. Wir sind uns bewusst, dass ein Umbenennungsverfahren immer eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Es ist aber im Interesse aller Beteiligten, einen gemeinsamen Standpunkt zeitnah zu entwickeln, um auch bei den Anwohnerinnen und Anwohnern für diese Position werben zu können und maximale Akzeptanz für diesen Schritt zu.

