Queerpolitik: Es gibt noch viel zu tun!
DIE LINKE. Berlin ist bei Dyke* March und CSD Berlin dabei
DIE LINKE. Berlin ist bei Dyke* March und CSD Berlin dabei
Anlässlich des heutigen Dyke* March und der morgigen CSD-Parade erklärt der Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE. Berlin, Klaus Lederer:
Die aktuellen Debatten um die »Ehe für Alle« zeigen es genauso wie der Stillstand in Sachen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Berlin: Deutschland ist ein Entwicklungsland hinsichtlich der Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender und Intersexuellen. Während das rot-rote Berlin noch Vorreiter*in der Emanzipation gewesen ist, hat die rot-schwarze Koalition für Stillstand und stille Abwicklung gesorgt. Flaggenhissung und Kuchenanschnitt reichen nicht aus, es braucht endlich wieder Handeln statt Sonntagsreden!
Umso wichtiger ist es, Druck zu machen und weiterhin für Fortschritt in den Farben des Regenbogens zu kämpfen. Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen, es gibt noch zu viel zu tun: Die Rehabilitierung und Entschädigung der nach § 175 a.F. StGB wegen einvernehmlicher Homosexualität verurteilten erwachsenen Männer, die Öffnung und Entprivilegierung der Ehe, die Erleichterung der Asylgewährung wegen Verfolgung aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität, das Verbot geschlechtsangleichender Maßnahmen bei minderjährigen Intersexuellen, die Selbstbestimmung von Trans*Menschen, die Anerkennung und Förderung von Regenbogenfamilien, die Unterstützung von diskriminierten Menschen überhaupt und der Kampf gegen nach wie vor existierende Vorurteile in der Mehrheitsgesellschaft.
Emanzipation kommt nicht von allein, sie muss durchgesetzt werden. DIE LINKE. Berlin betrachtet sich in diesem Sinne als Teil der queeren Bewegung. Der Christopher Street Day, den in Berlin mittlerweile hunderttausende Menschen begehen, und auch der Dyke* March für mehr lesbische Sichtbarkeit in Berlin sind die Höhepunkte der jährlichen Pride Week in Berlin. An beiden Paraden werden wir zahlreich teilnehmen, auf dem CSD mit Wagen 4. Wir beginnen den Sonnabend mit der Ehrung der von den Nazis verfolgten Homosexuellen am Mahnmal im Tiergarten.
Dyke* March
26.06.15, 19 Uhr, Am Festungsgraben (vor dem deutschen Historischen Museum)
Christopher Street Day
27.06.15, 12.30 Uhr, am Kurfürstendamm
DIE LINKE.queer Berlin-Brandenburg wird beim diesjährigen »Christopher Street Day« gegen das geltende Asylrecht und weitere geplante Asylrechtsverschärfungen protestieren und auf die Not von (queeren) Flüchtlingen aufmerksam machen. Sie bittet daher alle Teilnehmenden an ihrem Lautsprecherwagen den Dresscode zu beachten: schwarze (dunkle) Oberbekleidung, schwarze (dunkle) Hose.

