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Der freie Sonntag muss bleiben!

Sprecher*innenrat der LAG B&G

Der Sprecher*innenrat der LAG Betrieb & Gewerkschaft Berlin positioniert sich gegen die Sonntagsarbeit im Handel: Wir lehnen die Pläne zur Einführung von regulärer Sonntagsarbeit im Handel entschieden ab! Der vermeintliche wirtschaftliche Mehrwert steht in keinem Verhältnis zu den massiven negativen Auswirkungen auf das Leben der Beschäftigten. Eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten ist kein Fortschritt, sondern ein unsozialer Rückschritt. Die Leidtragenden dieser Politik stehen fest:

  • Belastung für Familien und Kinder: Der Sonntag ist oft der einzige Tag, an dem Familien verlässlich Zeit miteinander verbringen können. Fällt dieser Tag weg, geht das vor allem zulasten der Kinder.
  • Soziale Ungerechtigkeit: Die negativen Folgen treffen fast ausschließlich Menschen mit geringerem Einkommen, die ohnehin schon unter harten Arbeitsbedingungen im Einzelhandel leiden.
  • Fehlende Planbarkeit: Ohne einen verlässlichen freien Tag wird die Freizeitgestaltung, Erholung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Schichtdienst verunmöglicht.
  • Infrastruktur-Chaos: Sonntags sind die Nahverkehrsanbindungen in vielen Teilen Berlins deutlich schlechter – der Arbeitsweg wird für die Beschäftigten zur zusätzlichen Belastung.
  • Auswirkungen auf das Wohnumfeld: Mehr Verkehr, Lärm und Trubel an einem Tag, der eigentlich der Ruhe im Kiez dienen sollte und belasten die Wohngebiete zugunsten großer Ketten.

Wir unterstützen die Position der Gewerkschaft ver.di
In diesem Kampf stehen wir fest an der Seite der Beschäftigten und unterstützen ausdrücklich die aktuelle Stellungnahme des ver.di-Bundesvorstands. Silke Zimmer, zuständig für den Handel bei ver.di, bringt es auf den Punkt:

„Auf den Vorschlag des HDE, die Sonntagspause im Handel komplett zu streichen, brauchte man nur zu warten – nachdem die Bundesregierung bereits weitere Sonntagsarbeit für Bäckereien und Konditoreien angekündigt hat. Es bleibt aber der falsche, arbeitsnehmerfeindliche Ansatz: Der Sonntag ist für die Beschäftigten der einzige verlässlich planbare freie Tag, an dem Zeit für körperliche und mentale Entlastung in diesem anstrengenden Job bleibt. Längere Ladenöffnungszeiten bringen nicht mehr Umsatz und auch keine lebendigen Innenstädte, wie jetzt wieder argumentiert wird. 

Im Gegenteil: Sie sind ein starkes Instrument im Verdrängungswettbewerb der großen Handelskonzerne. Sie führen zur Verlagerung von Umsätzen vom Land hin zu den Städten und von kleinen mittelständischen Betrieben hin zu den Handelsriesen, die Sonntagsarbeit viel leichter organisieren können. Die Folge sind immer trostlosere Innenstädte mit den immer gleichen Ketten. Für die Beschäftigten bleibt mit einer Ausweitung der Ladenöffnungszeiten auf den Sonntag immer weniger planbare freie Zeit für Familie, Freunde, Erholung, aber auch für das ehrenamtliche Engagement, sei es im Sportverein oder in Parteien. 

Freie Zeit für alle zur gleichen Zeit ist eine soziale Errungenschaft, die wir als starke Vertretung der Beschäftigten verteidigen werden, notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht. Wir als Gewerkschaft sagen ganz klar: Statt den hart arbeitenden Beschäftigten im Handel ihren letzten freien Tag in der Woche zu nehmen, sollte sich der HDE endlich mit einem verhandlungsfähigen Angebot in der laufenden Tarifrunde seiner sozialen Verantwortung stellen.“

Der Sonntag ist eine hart erkämpfte soziale Errungenschaft. Er sichert Zeit für Erholung, Freunde, Familie und auch für ehrenamtliches Engagement in Sportvereinen oder der politischen Arbeit.

​Unsere Forderung als LAG Betrieb & Gewerkschaft: Statt den Beschäftigten im Handel auch noch den letzten verlässlichen Ruhetag zu rauben, müssen die Arbeitgeber endlich ihrer sozialen Verantwortung nachkommen – durch gute Tarifverträge und bessere Arbeitsbedingungen in den laufenden Tarifrunden, statt durch die Zerschlagung des freien Sonntags!

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