LAG Kurdische Solidarität, Teilhabe und Vernetzung
Selbstverständnis der LAG Kurdische Solidarität, Teilhabe und Vernetzung
Eine kurdische, feministische und solidarische Stimme in der Partei Die Linke
Wer wir sind:
Wir sind eine kurdische Arbeitsgemeinschaft in Berlin. Unser Ziel ist es, die Stimmen der
kurdischen Community in der Berliner Landespolitik sichtbar zu machen und langfristig auf
Bezirks-, und Landesebene zu vertreten. Wir verstehen uns als politisches Sprachrohr der
kurdischen Diaspora und zugleich als Politischen Schutzraum für kurdische Identität, Kultur,
Sprache und politische Anliegen. Unser Raum steht Kurd*innen sowie allen solidarischen
Menschen offen, die sich für Politische Gerechtigkeit, Gleichstellung und Selbstbestimmung in
der Kurdischen Diaspora einsetzen.
Als Kurd*innen ist es für uns selbstverständlich, uns aktiv gegen jede Form von Diskriminierung
zu stellen. Wir akzeptieren nicht, dass Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft,
ihres Glaubens oder ihrer Identität benachteiligt werden. Gleichstellung und Antidiskriminierung
sind für uns keine Nebenthemen, sondern grundlegende Fragen von Gerechtigkeit.
Unser Ziel:
Unser langfristiges Ziel ist es, die kurdische Diaspora politisch zu stärken und verbindlich in
politische Entscheidungsprozesse einzubinden. Wir wollen als organisierte Stimme in der Politik
wirken und die Interessen der Kurd*innen aktiv vertreten und verteidigen.
Dazu gehört für uns:
- die politische Repräsentation der kurdischen Diaspora im Berliner Parlament und
Gremien
- die Anerkennung kurdischer Identität, Kultur und Sprache
- der Einsatz für demokratische Rechte, Freiheit und Selbstbestimmung
- die klare Solidarität mit der kurdischen Bewegung und Politische und rechtliche
Anerkennung von Rojava durch die Europäische Union
- der Einsatz für die Rechte und die Freiheit der kurdischen Frauenbewegung
Wir verstehen unsere Arbeit als Beitrag zu einer Gesellschaft, in der Kurd: innen gleichberechtigt
leben und politisch Mitgestalten können.
Warum es uns braucht
In Deutschland leben schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen kurdischer Herkunft. Sie bilden
damit eine der größten Einwanderungsgruppen, stammen überwiegend aus der Türkei, dem Irak,
Syrien und dem Iran. Da „Kurde“ keine eigene Staatsangehörigkeit ist, gibt es keine exakten
offiziellen Statistiken, die Zahlen beruhen auf Schätzungen. Kurdische Perspektiven sind in
politischen Strukturen bis heute unterrepräsentiert oder werden nicht ernst genug berücksichtigt.
Gleichzeitig erleben viele Kurd*innen Diskriminierung, Unsichtbarkeit und politische
Ausgrenzung.
Wir wollen das ändern:
Wir schaffen:
- Sichtbarkeit für kurdische Themen in der Politik
- Räume für Politischen Austausch, Politische Organisierung und Politische Bildung
- Strukturen, in denen Kurd*innen selbst sprechen und handeln können
Unser Anspruch ist es, nicht nur gehört zu werden, sondern aktiv Politik mitzugestalten.
Unsere Grundwerte
Unsere Arbeit basiert auf klaren politischen und gesellschaftlichen Grundsätzen:
- Antirassismus: Wir stellen uns gegen jede Form von Diskriminierung und insbesondere
gegen antikurdischen Rassismus.
- Feminismus: Die Befreiung der Frau ist ein zentraler Bestandteil unseres politischen
Verständnisses.
- Antikoloniale Perspektive: Wir hinterfragen Machtverhältnisse und setzen uns für
Selbstbestimmung ein.
- Soziale Gerechtigkeit: Wir verstehen uns als Teil einer Bewegung gegen Ausbeutung und
Ungleichheit.
- Internationale Solidarität: Wir verbinden lokale Kämpfe mit globalen Bewegungen.
- Wir sind die Stimme gegen Islamismus und an der Seite von Betroffenen islamistischer
Gewalt und gegen jede Form von Antisemitismus
Unsere Struktur:
Unsere Arbeitsgemeinschaft ist offen, solidarisch und basisdemokratisch organisiert. Wir treffen
uns regelmäßig, treffen Entscheidungen gemeinsam und arbeiten transparent. Frauen und junge
Menschen nehmen in unserer Arbeit eine zentrale Rolle ein.
Die Stärkung von Frauen und Jugendlichen ist ein wichtiger Bestandteil unserer politischen
Praxis.
Unser Verständnis von Politik:
Wir glauben daran, dass echte Veränderung von unten entsteht.
Deshalb setzen wir auf Selbstorganisation, Beteiligung und gemeinsame Verantwortung. Wir
wollen nicht, dass über uns gesprochen wird wir wollen selbst sprechen und handeln.
Gleichzeitig setzen wir auf Dialog, demokratische Prozesse und Zusammenarbeit. Unsere Arbeit
bewegt sich klar im Rahmen demokratischer und rechtlicher Grundlagen.
Unsere Vision:
Wir wollen eine starke, selbstbewusste und politisch organisierte kurdische Community in Berlin
und darüber hinaus. Eine Community, die ihre Rechte kennt und einfordert, die politisch sichtbar
ist, die ihre Kultur und Sprache lebt und schützt, die solidarisch und organisiert handelt. Und eine
Politik, in der kurdischen Stimmen nicht überhört werden, sondern selbstverständlich dazugehören.
