LAG Kindheit und Jugend – gegen Kinderarmut

In Berlin wächst jedes vierte Kind in Armut auf, unter jungen Erwachsenen ist es sogar fast jede dritte Person. Armut ist kein Randphänomen, sondern Alltag für Hunderttausende. Die Folgen der Corona-Pandemie, steigende Lebenshaltungskosten und explodierende Mieten verschärfen die Lage weiter. Immer mehr Familien sind arm trotz Arbeit – betroffen sind längst nicht mehr nur die Ärmsten; auch große Teile der sogenannten Mittelschicht sind von Abstiegsängsten, Reallohnverlusten und dem Abbau des Sozialstaats bedroht.

Diese Entwicklung ist kein Zufall. Sie ist politisch gemacht. Mit der Hartz-IV-Reform wurde 2005 der Grundstein für einen massiven Niedriglohnsektor gelegt und soziale Unsicherheit systematisch verschärft. Die Kinderarmut ist seither deutlich gestiegen. Auch das Bürgergeld hat daran nichts grundlegend geändert – und die Verschärfungen der Grundsicherung verschlimmern die Situation.

Für Kinder bedeutet Armut nicht nur weniger Geld. Sie bedeutet schlechtere Wohnverhältnisse, eingeschränkten Zugang zu Bildung und Kultur, gesundheitliche Belastungen und soziale Ausgrenzung. Das viel beschworene Aufstiegsversprechen ist längst gebrochen: In Deutschland dauert es im Durchschnitt sechs Generationen, bis ein Kind aus einer armen Familie in die mittlere Einkommensschicht aufsteigt. Wer arm aufwächst, bleibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Leben lang.

Kinderarmut ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck sozialer Ungleichheit in einem kapitalistischen System. Sie ist die direkte Folge einer Politik, die Profite über Bedürfnisse stellt und soziale Sicherung systematisch abbaut.

Als LAG Kindheit und Jugend – gegen Kinderarmut stellen wir uns diesem Zustand entgegen. Wir kämpfen für eine grundlegende soziale Wende – hin zu einer solidarischen, sozialistischen Kinder- und Jugendpolitik.

Für uns ist klar: Kinderarmut lässt sich nicht mit Einzelmaßnahmen bekämpfen. Sie erfordert strukturelle Veränderungen. Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum für alle, existenzsichernde Löhne, der Ausbau sozialer Infrastruktur sowie ein gebührenfreies, inklusives und solidarisch finanziertes Bildungssystem – von der Kita bis zum Abschluss. Ebenso notwendig sind barrierearme soziale und kulturelle Angebote für alle Kinder und Jugendlichen sowie ein Ende der entwürdigenden Bürokratie im Sozialstaat und der diskriminierenden Sonderregelungen im Asyl- und Migrationsrecht.

Wir arbeiten dafür nicht nur innerhalb der Partei, sondern gemeinsam mit gesellschaftlichen Initiativen, Bildungsbündnissen und Initiativen von Menschen mit Fluchterfahrung. Gleichzeitig unterstützen wir konkrete Projekte, etwa Ferienfahrten für armutsbetroffene junge Menschen.

Unser Ziel ist es, Kinderarmut sichtbar zu machen, die Ursachen politisch zu skandalisieren und anzugreifen – und nicht nur die Symptome zu verwalten.

Wenn wir dein Interesse geweckt haben, freien wir uns, wenn du dich in unsere E-Mail-Liste einträgst oder gleich Teil der LAG wirst. Wie alle LAGen sind wir auch offen für Nicht-Parteimitglieder. Wir treffen uns in der Regel einmal im Monat, meist online. Alle Infos findest du auf dieser Seite.

Bei Fragen oder Anmerkungen schreib uns gerne!

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Online-Diskussionsveranstaltung zum Bedingunglosen Grundeinkommen am 12. September 2022. Mit: Dr. Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, und Daniel Kreutz, Sozialexperte und vormaliger Referent für Sozialpolitik beim Sozialverband Deutschland (SoVD) e.V. Weiterlesen